| 10.42 Uhr

Krefeld
Streiktaktik macht Metallern Sorge

Krefeld. Erste Verhandlungsrunde endet ergebnislos. Die IG Metall fordert fünf Prozent.

In einem Sitzungssaal des Mercure Tagungshotels in Krefeld stehen an diesem Vormittag lange Tischreihen - jeweils zwei auf den gegenüberliegenden Saalseiten. Vor der Fensterfront sitzen die Arbeitgeber, gegenüber die IG Metall. Es ist das erste Kräftemessen in den Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie in NRW mit ihren 700.000 Beschäftigten. Auf dem Tisch liegt eine Forderung nach fünf Prozent mehr Lohn für zwölf Monate - eine Zahl, die Metall-NRW-Präsident Arndt Kirchhoff im Gespräch mit unserer Redaktion bereits als "unredlich" bezeichnet hatte.

Da die IG Metall die Tarifverträge gekündigt hat, ist es an diesem Tag an ihr, den ersten Aufschlag zu machen: Knut Giesler und sein Team müssen erklären, wieso die Löhne trotz Mini-Inflation und nur geringen Produktivitätsfortschritten derart stark steigen sollen. Auch wenn Teilnehmer die Gesprächsatmosphäre als gut bezeichneten - einfach werden die Verhandlungen nicht. "Man kann aus einer lahmenden Ente nun einmal keinen starken Adler machen", erklärte Kirchhoff mit Blick auf die Konjunkturdaten. Die IG Metall plane eine reine Umverteilungsrunde und gefährde damit die Wettbewerbsfähigkeit.

Auch blicken die Arbeitgeber mit Sorge auf die neue Streiktaktik: Warnstreiks sollen bis zu 24 Stunden dauern können - ganz ohne Urabstimmung. Kirchhoff hatte angedeutet, dass die Arbeitgeber solche Streiks gerichtlich prüfen lassen könnten. "Die von den Arbeitgebern heraufbeschworene zusätzliche Eskalation können wir nicht erkennen - im Gegenteil", sagte ein IG-Metall-Sprecher. Die Logik der Gewerkschaft: Weil nach ersten Warnstreiks nicht sofort zur Urabstimmung gerufen werde, sondern es die Zwischenstufe der 24-Stunden-Streiks gebe, sei das eher deeskalierend.

Die IG Metall hat zudem angekündigt, auch Unternehmen in die Verhandlungen einzubeziehen, die gar nicht nach Tarifvertrag bezahlen. Giesler sprach von Einkommensnachteilen und schlechteren Arbeitsbedingungen für etwa 100.000 Beschäftigte in NRW.

Das nächste mal wollen beide Seiten am 11. April verhandeln. Einen weiteren Termin soll es zudem noch vor dem Ende der Friedenspflicht am 29. April geben. Ab dann wären erste Warnstreiks möglich.

(maxi)
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