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Berlin
Strom wird 2017 wieder teurer

Berlin. Versorger geben sinkende Preise oft nicht weiter, Abgaben legen zu.

Verbraucher in Deutschland müssen 2017 mit höheren Strompreisen rechnen. Die Erhöhungen werden jedoch regional sehr unterschiedlich ausfallen. Das ergaben Vergleiche der Internet-Portale Verivox und Check24. Demnach steigen die Netzentgelte zum Beispiel in Frankfurt um mehr als 20 Prozent. Auf der anderen Seite gibt es Städte, in denen die Netzentgelte fallen - zum Beispiel in Köln, Bonn und Augsburg um bis zu sieben Prozent.

"Besonders betroffen sind Haushalte in Bayern, Norddeutschland, im Rhein-Main-Gebiet und im Osten der Republik", heißt es in einer Analyse des Stromanbieters Lichtblick. Das sind die Geschäftsgebiete der Übertragungsnetzbetreiber Tennet und 50Hertz, die besonders hohe Netzkosten durch die Windenergie zu tragen haben. Sie geben diese Kosten an die regionalen Netzbetreiber weiter, die sie wiederum an Stadtwerke und andere Versorger durchreichen. In den Gebieten von Amprion und TransnetBW im Westen und Südwesten Deutschlands ist das nicht so.

Alle Verbraucher müssen jedoch die erhöhte Umlage für erneuerbare Energie (EEG-Umlage) zahlen, die von 6,354 auf 6,88 Cent je Kilowattstunde steigt. Damit werden eventuelle Rückgänge bei den Netzkosten mehr als aufgefressen. Auf die Netzentgelte kommen noch 19 Prozent Mehrwertsteuer.

Besonders ärgerlich für Verbraucher: An der Strombörse fällt der Preis weiter, ohne dass sie etwas davon haben. Im vergangenen Jahr kostete Strom an der Leipziger Strombörse laut Verivox noch 31,62 Euro je Megawattstunde, im ersten Halbjahr 2016 nur noch 24,98 Euro. Viele Versorger wollen durch eine verzögerte Weitergabe ihre Gewinneinbrüche mildern.

Laut Lichtblick zahlt ein Haushalt im Schnitt Netzgebühren von 273 Euro pro Jahr und für die EEG-Umlage 241 Euro (bei einem Verbrauch von 3500 Kilowattstunden). Das wären insgesamt 62 Euro mehr als im Vorjahr.

(dpa)
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