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Bonn
Sturmtief "Sebastian" setzte Stromnetz unter Druck

Bonn. Das Orkantief "Sebastian" hat das deutsche Stromnetz mit Windstrom überflutet. Am Mittwoch speisten die Windparks binnen einer Stunde 37.800 Megawattstunden ein. Das ist mehr als die Hälfte des Stroms, den Deutschland braucht. Die Folge: Die Preise an der Strombörse stürzten von 30 Euro pro Megawattstunde auf elf Euro ab. Deutschland musste massiv Strom in Nachbarländer wie Österreich, Dänemark, Frankreich und die Schweiz exportieren, was deren Netze belastet. Und die Betreiber schalteten zur Sicherung der Netze Windkraftanlagen ab, wie Tennet und 50Hertz bestätigten.

Die Kosten für solche Noteingriffe tragen die Verbraucher über die Netzentgelte, die Teil des Strompreises sind. Im windreichen Jahr 2015 mussten sie 1,1 Milliarden Euro überweisen, 2016 war es etwas weniger. In den nächsten Jahren könnte die Summe noch deutlich steigen, warnt die Bundesnetzagentur. Gegen solche Schwankungen hilft aus Sicht der Netzbetreiber vor allem ein schnellerer Ausbau der Stromautobahnen von Norden nach Süden. Auf gut 50 Milliarden Euro wird der Investitionsbedarf für den Netzausbau zur Energiewende geschätzt.

(dpa)
 
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