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Berlin
Tablet ersetzt Kellner-Geldbörse

Berlin. Das Start-up Orderbird revolutioniert die Kassensysteme der Gastronomie. Von Florian Rinke

Heute startet um 20.15 Uhr auf Vox die dritte Staffel der Start-up-Castingshow "Höhle des Löwen". Mit in der Jury sitzt diesmal der Ex-Finanzvermittler und Milliardär Carsten Maschmeyer. Sein Engagement ist ein kleiner Coup. Der umstrittene Manager ist selbst als Start-up-Investor tätig. Beteiligt ist er unter anderem an dem aufstrebenden Berliner Unternehmen Orderbird.

Nicht nur Maschmeyer glaubt an den Erfolg des Start-ups. Seit Mai ist auch der Düsseldorfer Handelskonzern Metro mit einem Millionenbetrag an Orderbird beteiligt. Die Firma hat ein Kassensystem entwickelt, das per Tablet gesteuert wird. Nun wollen das Start-up und der Konzern gemeinsam die internationale Expansion vorantreiben. "Orderbird und Metro verfolgen mit ihrer Partnerschaft gemeinsam ein Ziel: Gastronomen mithilfe digitaler Lösungen erfolgreicher zu machen", hatte Metro-Chef Olaf Koch damals gesagt. Die Metro ist in 25 Ländern mit Geschäften vertreten und bietet nach eigenen Angaben Zugang zu 21 Millionen Großhandelskunden. "Den reinen Zugang zu Geld hatten wir eigentlich auch so. Wir glauben aber, dass es mit Metro tolle Synergien gibt", sagt Orderbird-Chef Jakob Schreyer. Natürlich habe es auch Warnungen gegeben, mit so einem großen Konzern zusammenzuarbeiten: "Aber der Kontakt mit Olaf Koch war super. Wir sind davon überzeugt, dass er es ernst meint mit der Digitalisierung." Deshalb habe man sich auch gegen Angebote anderer Investoren entschieden.

Entstanden ist die Idee zu Orderbird bereits vor sieben Jahren. Damals übernahm Mitgründer Bastian Schmidtke das elterliche Geschäft in Bamberg, einen Zwei-Mann-Betrieb, der Kassensysteme verkaufte. Täglich zog Schmidtke los, um Gastronomen teilweise mehr als 20.000 Euro teure Kassen zu verkaufen - und dachte sich irgendwann: Das müsste doch auch billiger gehen. Als er 2009 davon las, dass das US-Militär mit einem iPod-Touch Bomben fernzünden wollte, überlegte Schmidtke, dass sich diese Mini-Tablets doch eigentlich auch für die Gastronomie nutzen ließen.

Inzwischen gewinnt Orderbird rund 300 Neukunden pro Monat, ein Teil wechselt von klassischen Kassensystemen zu dem Start-up, die anderen greifen gleich von Anfang an auf die neuartige Tablet-Lösung zurück. Orderbird verspricht ihnen nicht nur ein System, mit dem sich Bestellungen aufnehmen lassen, sondern das sogar Umsätze steigern soll. Denn der iPod-Touch wurde längst vom iPad-Tablet abgelöst, die Software ans Internet angebunden und um immer ausgefeiltere Analysemöglichkeiten erweitert. "Die Gastronomen können jetzt genau sehen, ob Tisch 2 oder 3 mehr Umsatz macht - oder was passiert, wenn Kellner A oder B die Gäste bedient", sagt Schreyer. Und durch die Übertragung der Bestellung per Internet sparen die Kellner Zeit und Wege. "Dadurch bleibt mehr Zeit, um sich um die Gäste zu kümmern", sagt Schreyer.

Quelle: RP
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