Marburger Bund: Tarifvertrag macht Ärzte erst richtig sauer
zuletzt aktualisiert: 02.08.2006 - 09:46Baden-Baden (rpo). Der Marburger Bund ist entschlossen, den Arbeitskampf an kommunalen Kliniken mit Streik und Protesten weiterzuführen. Der Tarifabschluss, den die Gewerkschaft Ver.di bereits für das gesamte Personal der Kliniken ausgehandelt hat, werde die Ärzte jetzt erst richtig aufstacheln.
Der Arbeitskampf sei noch lange durchzuhalten, drohte der Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Frank-Ulrich Montgomery, im Südwestrundfunk (SWR), der Arbeitskampf sei noch lange durchzuhalten. Der Tarifabschluss vom Dienstag verschaffe den Ärzten erst recht Rückenwind, sagte Montgomery: "Das wird unsere Leute jetzt erst richtig auf die Palme treiben."
In Hannover ist für heute eine zentrale Kundgebung der Ärzte geplant. Montgomery warf den Arbeitgebern politische Erpressung vor. Die Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände (VKA) hatte sich am Dienstag mit ver.di und der dbb Tarifunion auf umfassende tarifliche Verbesserungen in städtischen Kliniken geeinigt. Darin enthalten sind zehnprozentige Gehaltsanhebungen für Ärzte sowie Zulagen für nichtärztliches Personal. Ob diese Eckpunkte aber tatsächlich in einen Tarifvertrag Eingang finden, hängt von der Zustimmung des Marburger Bundes ab.
Montgomery sagte, der Marburger Bund werde nicht nachgeben. Er sei sich aber sicher, dass die Arbeitgeber ihre Beton-Politik nicht durchhalten könnten. Letztlich werde es einen ärzte-spezifischen Tarifvertrag wie mit den Ländern auch mit den Kommunen geben. Montgomery sagte, der Tarifabschluss zwischen den kommunalen Arbeitgebern und ver.di gefährde kleine Krankenhäuser auf dem Land. Die großen Kliniken der Städte hätten längst mit dem Marburger Bund abgeschlossen und zahlten gute Gehälter, während auf dem Land schlechte, mit ver.di vereinbarte Gehälter gezahlt würden. Als Folge seien viele Ärzte nicht mehr bereit, auf dem Land zu arbeiten.
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