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Telekom gibt beim Flatrate-Streit klein bei

Internet spottet über die Telekom
Internet spottet über die Telekom FOTO: Twitter
Bonn. Vier Wochen bevor Telekom-Chef René Obermann zur Jahreswende den Konzern verlässt, räumt er eine weitere Altlast ab. Am Montag wird die Telekom verkünden, dass sie künftig nur noch uneingeschränkte, also "echte" Flatrates unter diesem Namen vermarktet. Von Reinhard Kowalewsky

Für DSL-Pakete, bei denen das Volumen dagegen begrenzt ist, wird das Unternehmen eine neue Bezeichnung nehmen. Dies erfuhr unsere Zeitung aus Unternehmenskreisen. "Wir wollen insgesamt transparenter und kundenfreundlicher werden", heißt es.

Die Telekom reagiert damit auf eine juristische Niederlage. Das Kölner Landgericht hatte dem Konzern auf Antrag der Verbraucherzentrale NRW verboten, bei DSL-Flatrates das Tempo ab einem bestimmten verbrauchten Datenvolumen zu drosseln. Gegen dieses Urteil wird das Bonner Unternehmen nun keine Berufung einlegen. "Das ist ein Sieg für die Verbraucher", sagt Klaus Müller, Chef der Verbraucherzentrale NRW auf Anfrage.

Der neue Kurs der Telekom bedeutet allerdings keineswegs eine Abkehr von der Strategie, DSL-Angebote stärker bei Preis und Leistung zu differenzieren. So will der Vorstand daran festhalten, dass es uneingeschränkte Flatrates künftig nur noch gegen einen Aufschlag geben wird – im Gespräch waren fünf oder zehn Euro im Monat.

Vorrangig sollen die Kunden aber mit verschieden hohen "Freikontingenten" dazu gebracht werden, teurere und schnellere DSL-Anschlüsse zu buchen, damit sich die rund sechs Milliarden Euro teure Aufrüstung des Netzes lohnt. Dabei ist davon auszugehen, dass sich die künftigen Tarifbestimmungen an den vom Gericht gekippten Regeln orientieren: Für Standard-Verträge von DSL gäbe es also ein Freivolumen von 75 Gigabyte, was aktuell für die meisten Haushalte reichen würde und 34,95 im Monat kostet.

Für VDSL-Verträge mit 50 Megabit-Übertragungstempo könnte es 200 Gigabyte Volumen geben. Diese Verträge kosten aktuell im Angebot 39,95 Euro im Monat. Dieses Volumen würde reichen, um pro Monat rund 50 Filme zu laden – wäre also auch künftig wahrscheinlich für fast alle Familien ausreichend.

Quelle: RP
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