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Bonn
Telekom will für Bundesliga-Rechte bieten

Bonn. Dank einer prall gefüllten Kasse kann der Bonner Konzern mehr investieren. Sorgen bereitet das Deutschland-Geschäft.

Die Deutsche Telekom will bei der anstehenden Milliarden-Auktion der Bundesliga-Übertragungsrechte mitmischen. "Wir wollen uns registrieren lassen", sagte Telekom-Vorstandschef Tim Höttges gestern bei der Bilanzkonferenz in Bonn. Mehr könne er derzeit nicht sagen, da die Planungen für die Versteigerung der Fußball-Rechte noch liefen. Der größte europäische Telekommunikations-Konzern geht damit auf Konfrontationskurs zu Sky.

Der Bezahlfernsehsender hatte die Telekom vor vier Jahren überboten und sich die alleinigen Live-Rechte für die Fußball-Bundesliga gesichert. Davor hatten die Bonner die Spiele der Top-Liga in ihrem Fernsehdienst Entertain ausgestrahlt. Das wieder aufgeflammte Interesse der Telekom kommt nicht von ungefähr, da sie bald ihr eigenes Fernsehangebot Entertain aufpolieren will.

Die Vorbereitung für den Milliarden-Poker um die TV-Lizenzen für die Bundesligaspiele ab der Saison 2017/2018 läuft auf Hochtouren. Erwartet wird, dass die Deutsche Fußball-Liga (DFL) im April die Eckpunkte der Auktion veröffentlicht. Absehbar ist mehreren mit den Planungen vertrauten Personen zufolge schon jetzt, dass die begehrten Live-Rechte nicht mehr nur an einen Bieter gehen sollen. Experten zufolge ist das eine Einladung an die Telekom. Sky-Chef Carsten Schmidt gibt sich zuversichtlich und betont, dass die Firma alles dafür tue, weiterhin starker Partner der Bundesliga zu bleiben.

Die Telekom könnte das Wettbieten anheizen, da sie dank der Geschäftserfolge der amerikanischen Tochter T-Mobile US auf gut gefüllten Kassen sitzt - ausgerechnet jener Tochter, bei der noch vor wenigen Jahren immer wieder über einen Verkauf spekuliert wurde. Unter dem Strich verdiente der Konzern voriges Jahr mit 3,3 Milliarden Euro elf Prozent mehr. Der Umsatz kletterte ebenfalls um elf Prozent auf 69 Milliarden Euro. Die Telekom wächst damit so schnell wie seit mindestens zehn Jahren nicht mehr.

In Deutschland laufen die Geschäfte jedoch nur schleppend. Hier konnte die Telekom auf Jahressicht nur 0,7 Prozent mehr Umsatz verzeichnen. Im vierten Quartal gingen sogar sowohl die Umsätze im Mobilfunk als auch die Gesamterlöse zurück, obwohl das Unternehmen in den drei Monaten 362.000 Mobilfunkvertragskunden hinzugewinnen konnte.

Der vor zwei Jahren angetretene Höttges setzte daher zuletzt vor allem auf den Ausbau des lange Zeit schwächelnden US-Geschäfts und der Mobilfunk- und Datennetze in Europa. An dem Erfolg sollen auch die Aktionäre teilhaben: Für 2015 soll eine Gewinnbeteiligung von 55 Cent je Aktie ausgeschüttet werden nach 50 Cent im Jahr zuvor. Das freut den Bund, der mit 32 Prozent größter Aktionär des früheren Staatsunternehmens ist.

Gleichzeitig will die Telekom stärker investieren, das Budget wurde daher um 14 Prozent auf elf Milliarden Euro angehoben. Mit dem Geld sollen in erster Linie die Netze in Deutschland und in den USA aufgerüstet werden. In Amerika geht es vor allem darum, die Datengeschwindigkeiten zu erhöhen. T-Mobile US hat sich nach Milliarden-Investitionen zur Wachstumslokomotive der Bonner entwickelt. Dank zahlreicher Neukunden schoss der operative Gewinn von T-Mobile US 2015 um 55 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro in die Höhe. Doch werden die Geschäfte dort schwieriger, da nächsten Monat die Versteigerung von Funkfrequenzen ansteht. Ein T-Mobile-Manager hatte zuletzt gesagt, dass man dafür bis zu zehn Milliarden Dollar auf den Tisch legen könnte.

(dpa/rtr)
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