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Essen
Thyssenkrupp streicht Stellen bei Sparte Industrial Solutions

Essen. Beim Mischkonzern Thyssenkrupp stehen Teile des Industriegeschäfts auf dem Prüfstand. Der neue Spartenchef Jens Michael Wegmann reagiert damit auch auf die Zurückhaltung neuer Kunden bei Groß-Investitionen. Die Sparte müsse fit für die Zukunft gemacht werden: "Wir stehen im Anlagenbau beim Auftragseingang massiv unter Druck", sagte Wegmann.

Zum Umfang möglicher Stellenstreichungen und eventuellen Standortschließungen wollte sich Wegmann nicht äußern. Es seien jedoch bereits Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern über einen sozialverträglichen Personalabbau aufgenommen worden.

Ziel sei es, auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. Mit einem Ergebnis der Gespräche werde bis zum Herbst gerechnet. Im Bereich Großanlagenbau seien zudem bereits mehrere Managerposten gestrichen worden.

Geschäfte mit einem Umsatzanteil von rund 26 Prozent müssten "in Ordnung gebracht werden". Vom Geschäft mit der Biotechnologie wolle sich der Konzern verabschieden, sein Umsatzanteil lag bei deutlich weniger als einem Prozent.

Bei einem Umsatz von 6,256 Milliarden Euro im jüngsten Geschäftsjahr beschäftigt die Sparte 19.000 Mitarbeiter, davon 11.000 in Deutschland. Ziel sei es, den Umsatz auf acht Milliarden Euro zu erhöhen und insbesondere das Servicegeschäft deutlich zu stärken, sagte Wegmann. Neben dem Großanlagenbau zählt zu der Sparte auch der Marineschiffbau. Der war vor Kurzem in den Blickpunkt gerückt, nachdem er im Rennen um einen Milliarden-Auftrag im U-Boot-Bau in Australien den Kürzeren gezogen hatte. Aktuell gebe es keine Gespräche über einen Verkauf der Sparte oder über Gemeinschaftsunternehmen. Damit brennt es für ThyssenKrupp an vielen Stellen. Die Fusion mit der indischen Tata wird von den Unsicherheiten um den Brexit bedroht.

(dpa/rtr)
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