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London
Tödlicher Angriff auf Politikerin erschüttert Briten

London. Die Labour-Abgeordnete Jo Cox kämpfte für einen Verbleib in der EU. Premier Cameron zeigt sich erschüttert. Von Jochen Wittmann

Mitten in der Brexit-Debatte sorgt die Ermordung einer Politikerin für Entsetzen. Die Labour-Abgeordnete Jo Cox wurde gestern auf offener Straße niedergeschossen. Sie überlebte den Angriff nur Stunden und starb im Krankenhaus. Die 41-jährige aus der nordenglischen Grafschaft Yorkshire war auf dem Weg zu ihrer Bürger-Sprechstunde in Birstall nahe Leeds. Ihr Angreifer wartete vor ihrem Büro, zog eine Handfeuerwaffe, schoss auf sie und stach mit einem Messer zu.

Die Polizei nahm einen 52-jährigen fest, der als mutmaßlicher Täter gilt. Der Mann soll nach unbestätigten Zeugenberichten bei seinem Angriff gerufen haben: "Britain first!" ("Großbritannien zuerst!") Das ist die Parole einer gleichnamigen nationalistischen Gruppe. "Britain First" erklärte auf ihrer Internet-Webseite, dass man nichts mit dem Anschlag zu tun habe. Jo Cox kämpfte für einen Verbleib ihres Landes in der EU.

Als die Tat bekannt wurde, stellten die Politiker den Wahlkampf um den Brexit für den Tag ein. Premierminister David Cameron schrieb auf dem Kurznachrichtendienst Twitter: "Wir haben einen Star verloren. Jo war eine engagierte Abgeordnete mit einem großen Mitgefühl und Herzen. Meine Gedanken sind bei ihrer Familie."

Der Chef der Labour-Partei Jeremy Corbyn war den Tränen nahe, als er erklärte, dass er zutiefst schockiert sei. Der Ex-Bürgermeister von London Boris Johnson schrieb: "Ich bin traurig und schockiert, von Jo Cox' Tod zu hören". Kanzlerin Angela Merkel sagte: "Das ist ein tragischer Vorfall."

Jo Cox hinterlässt zwei kleine Kinder. Die Absolventin der Elite-Uni Cambridge war in in ihrer Partei und bei Kollegen anderer Parteien beliebt. Sie hat sich in ihrer kurzen Parlamentskarriere einen Namen als Verfechterin der Menschenrechte und als Anwältin für Opfer des syrischen Bürgerkriegs gemacht. Ihr Ehemann Brendan Cox erklärte: "Sie hätte sich jetzt zwei Dinge gewünscht. Erstens, dass unsere geliebten Kinder viel Liebe erfahren, und zweitens, dass wir uns alle zusammentun, um gegen den Hass zu kämpfen, der sie getötet hat."

Quelle: RP
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