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Britischer Ökonom
Tony Atkinson kritisiert soziale Ungleichheit in Deutschland

Die elf ungewöhnlichsten Wirtschaftindikatoren
Die elf ungewöhnlichsten Wirtschaftindikatoren FOTO: Shutterstock.com/ Kaspars Grinvalds
Frankfurt. Dass die Schere zwischen Arm und Reich in Deutschland weiter aufgeht, wird auch im Ausland wahrgenommen: Der britische Ökonom Tony Atkinson hat eine wachsende Ungleichheit in der deutschen Gesellschaft angeprangert.

"Die schlimmste Folge von Ungleichheit ist Armut - und die gesellschaftliche Marginalisierung armer Menschen. Dagegen wird zu wenig getan", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".  Jeder müsse sich die Frage stellen, ob er in einem Land leben wolle, in dem sich "einige Leute Tickets für Reisen ins Weltall leisten können, während andere ihr Essen von der Suppenküche beziehen müssen, obwohl sie Arbeit haben".

In der heutigen Zeit spiele nicht nur die Ungleichheit zwischen Arm und Reich, sondern vor allem auch die Ungleichheit zwischen Generationen und Geschlechtern eine Rolle. Es müsse darüber nachgedacht werden, die Altersversorgung stärker von der Arbeit zu entkoppeln, etwa indem Pflege und Kindererziehung stärker honoriert würden. Atkinson sprach sich zudem für eine Umgestaltung der Arbeitslosenversicherung aus. Eine Möglichkeit sei etwa, dass Menschen sich "teilzeitarbeitslos" melden könnten, wenn sie gerne Vollzeit arbeiten würden, aber nur eine Teilzeitstelle fänden.

(KNA)
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