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Nach Kritik des Bundespräsidenten: Top-Manager rechtfertigen Millionen-Gehälter

zuletzt aktualisiert: 02.12.2007 - 09:18

Hamburg (RPO). Die Top-Manager mehrerer deutscher Konzerne haben ihre Gehälter gerechtfertigt. Ihr wichtigstes Argument ist eine 90-Stunden-Woche und eine große Verantwortung. Sie reagierten damit auf die Kritik von Bundespräsident Horst Köhler. Der sprach von überzogenen Bezügen in den Vorstandsetagen der Unternehmen.

Telekom-Chef René Obermann sagte der "Bild am Sonntag": "Ich finde, die Vorstandsgehälter der Telekom bewegen sich im Rahmen, wenn man bedenkt, dass damit eine 90-Stunden-Woche und eine große Verantwortung für die vielen Mitarbeiter und Aktionäre verbunden ist. Für unanständig halte ich sie nicht." Obermann erhielt dem Bericht zufolge im vergangenen Jahr 2,6 Millionen Euro.

Siemens-Chef Peter Löscher sagte der Zeitung, sein Gehalt sei angemessen, weil er sich im Vergleich zu anderen DAX-Unternehmen und im internationalen Wettbewerb nicht in der Spitzengruppe befinde. "Hier ist Augenmaß angesagt, und das haben wir auch so gestaltet." Löscher verdient dem Bericht zufolge in diesem Jahr mindestens 4,4 Millionen Euro.

Bahn-Chef Hartmut Mehdorn - laut "Bild am Sonntag" mit einem Gehalt von 3,2 Millionen Euro in 2006 - sagte, drei Viertel seiner Bezüge seien vom Erfolg abhängig. "Als die DB noch kein Geld verdient hat, waren die Bezüge des Vorstands auch deutlich geringer."

"Neiddebatte ist falsch"

Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff wandte sich gegen pauschale Kritik an Managern. "Top-Manager, die gute Arbeit leisten, sollen angemessen viel verdienen. Die oberen zehn Prozent Steuerzahler zahlen heute schon mehr als 50 Prozent des gesamten Steueraufkommens", erklärte er. Eine Neiddebatte sei falsch.

Bundespräsident Horst Köhler hatte in der vergangenen Woche von deutschen Managern mehr Verantwortungsbewusstsein verlangt. Er sei besorgt über die auseinanderklaffende Einkommensentwicklung und eine wachsende Entfremdung zwischen Unternehmen und Gesellschaft, hatte er dem "Handelsblatt" gesagt.

"Die Führungspersönlichkeiten in der Wirtschaft müssen begreifen, dass ihr Verhalten Auswirkungen auf den Zusammenhalt der Gesellschaft hat", sagte Köhler wörtlich. Aufsichtsräte und Aktionäre müssten dafür sorgen, dass Manager in ihren Einkommensvorstellungen nicht die Bodenhaftung verlören.

Quelle: ap

 
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