| 15.28 Uhr

Ausgaben und Gehälter offengelegt
Dafür gibt die ARD jährlich 5,6 Milliarden Euro aus

Transparenz bei Rundfunkbeiträgen: Wofür gibt die ARD Geld aus?
FOTO: dpa
Berlin . Immer mehr Bürger fragen sich, was eigentlich genau mit ihren Rundfunkbeiträgen passiert. Jetzt hat die ARD auf ihrer Website Details zu ihren Ausgaben veröffentlicht. Dazu gehören auch die Gehälter aller Intendanten.

Damit setzt die ARD beim Thema Kosten verstärkt auf Transparenz. Auf der ARD-Website sind nun eine Reihe von Details nachzulesen, wofür das Geld aus den Etats aller ARD-Sender von jährlich rund 5,6 Milliarden Euro ausgegeben wird. Die in diesem Monat erstmals veröffentlichten Angaben sollen künftig regelmäßig aktualisiert werden, sagte ein ARD-Sprecher am Mittwoch. Ein Teil der Zahlen war auch vorher schon online einzusehen, wenn auch in weniger übersichtlicher Form.

Zu den neuen Daten gehören die Ausgaben für Sport-Moderatoren und -Experten. Während der Fußball-Europameisterschaft im Sommer 2016 hatte es eine Debatte darüber gegeben, wie viel Honorar Sportexperten wie Mehmet Scholl bei der ARD oder Oliver Kahn beim ZDF bekommen.

Auf der Website ist nun nachzulesen, dass die ARD in der Saison 2015/2016 an 21 Sportmoderatoren im Ersten insgesamt 1,88 Millionen Euro gezahlt hat. An acht Experten gingen im gleichen Zeitraum 1,2 Millionen Euro. Details, welcher Sportexperte wie viel bekommen hat, finden sich dort allerdings nicht. Das sei aus rechtlichen Gründen auch künftig nicht ohne weiteres möglich, erklärte der ARD-Sprecher.

Die ARD hatte bereits 2016 den Verfassungsrechtler Paul Kirchhof mit einem Gutachten dazu beauftragt, wie viel Transparenz die ARD in solchen Fragen brauche und was sie öffentlich machen dürfe. Die Ergebnisse sollen in der kommenden Woche vorgestellt werden.

WDR-Intendant Buhrow bekommt knapp 400.000 Euro Jahresgehalt

Übersichtlich nebeneinander stehen unter ard.de außerdem die Angaben zu den - großteils schon vorher bekannten - Jahresgehältern aller Intendanten der Landesrundfunkanstalten. Tom Buhrow, an der Spitze des größten ARD-Senders, des Westdeutschen Rundfunks (WDR), bekommt mit 399.000 Euro am meisten.

Die Intendantin des MDR, Karola Wille, die gleichzeitig bis Jahresende ARD-Vorsitzende ist, erhält pro Jahr 275.000 Euro. Die promovierte Juristin hatte bereits zu Beginn ihrer Zeit an der ARD-Spitze angekündigt, dem Thema Transparenz mehr Gewicht beimessen zu wollen. Einige Daten sind derzeit noch nicht online zu finden, sollen aber nachgereicht werden, sagte der ARD-Sprecher. Dazu gehören die Gehälter der ARD-Direktoren.

Das ZDF stellt bereits seit 2013 Informationen zu Gehältern von Führungskräften online, wie ein Sprecher des Senders am Mittwoch erklärte: ZDF-Intendant Thomas Bellut etwa erhielt 2015 Jahresbezüge von 319.920 Euro. Auf der ZDF-Seite lässt sich auch nachlesen, was der ZDF-Justiziar, Chefredakteur und Programmdirektor verdient. Weitere Daten, ähnlich wie bei der ARD, etwa zu Produktionskosten für Serien, gibt es auf dem so gennanten Transparenzportal des Senders mit Sitz in Mainz. ARD und ZDF finanzieren sich hauptsächlich über den Rundfunkbeitrag von derzeit 17,50 Euro pro Haushalt im Monat.

(felt/dpa)
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Transparenz bei Rundfunkbeiträgen: Wofür gibt die ARD Geld aus?


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.