San Francisco

Uber-Gründer wird entmachtet

San Francisco. Travis Kalanick verliert weiter an Einfluss - auf Wunsch des neuen Investors?

Von

Beim wertvollsten Start-up der Welt tobt gerade ein Sorgerechtsstreit der besonderen Art. Seit Monaten ringen die Investoren und der Mitgründer von Uber, Travis Kalanick, um den Einfluss beim Fahrdienstvermittler. Man hat sich offenbar auseinandergelebt.

Den Chefposten musste der umstrittene Kalanick zuletzt bereits an den früheren Expedia-Chef Dara Khosrowshahi abgeben, nun verliert er weiter an Einfluss. Laut Medienberichten beschloss der Uber-Verwaltungsrat eine Änderung bei den Aktien-Stimmrechten.

Bislang hatten Kalanick und einige andere Aktionäre aus der Gründerzeit noch Aktien mit einem zehnfachen Stimmrecht - wodurch sie auch mit geringeren Firmenanteilen sehr viel mehr Einfluss hatten als andere Investoren, deren Papiere nur je eine Stimme hatten. Diese Regelung soll nun abgeschafft werden. Gleichzeitig soll der Verwaltungsrat des Unternehmens, in dem Kalanick noch immer sitzt, offenbar erweitert werden - dadurch würde der Einfluss des Mitgründers weiter schwinden. Denn drei der Posten im Verwaltungsrat durfte er bislang selbst besetzen. Bislang hatte der Verwaltungsrat elf Sitze, künftig sollen es offenbar 17 sein.

Einige wichtige Investoren störten sich zuletzt an Kalanicks Führungsverhalten. Als dann eine Untersuchung zu Vorwürfen von Sexismus und Diskriminierung massive Defizite bei Uber aufgedeckt hatte, wurde Kalanick dafür als Chef verantwortlich gemacht.

Durch die beschlossenen Änderungen dürfte der Weg frei sein für einen Einstieg des japanischen Konzerns Softbank, der auch am Onlinehandel-Riesen Alibaba beteiligt ist. Er hatte bereits Ende August Interesse angemeldet, wegen des Machtkampfes bei Uber aber offenbar gezögert.

Nun hat der Uber-Verwaltungsrat grünes Licht gegeben. Demnach soll eine Vereinbarung zum Softbank-Engagement in den kommenden Wochen vorangetrieben werden. Angeblich soll eine Investorengruppe um Softbank, die Dragoneer Investment Group und General Atlantic neue Uber-Aktien im Wert von bis zu 1,25 Milliarden Dollar auf Basis eines Firmenwertes von 69 Milliarden Dollar kaufen. Außerdem dürfe sie 14 bis 17 Prozent der Anteile aktueller Aktionäre zu einem ermäßigten Preis übernehmen, hieß es in Branchenkreisen.

2019 könnte Uber dann, laut der "New York Times", an die Börse gebracht werden.

Quelle: RP

Outbrain