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Düsseldorf
Ufo will Ende der Woche die Lufthansa bestreiken

Düsseldorf. Die Flugbegleiter werfen dem Management eine "Woche der Provokationen" vor. Auch Montag drohen Streiks. Von Maximilian Plück

Die Mitarbeiterzeitung "Lufthanseat" ist bei Deutschlands größter Fluggesellschaft mit ihren 119.000 Beschäftigten eine Institution. Das Lufthansa-Management dürfte also gewusst haben, dass es mit dem Titelbild der aktuellen "Lufthanseat"-Ausgabe einen Eklat provoziert. Auf dem Cover prangt groß eine Anzeigetafel in einem Flughafenterminal. Das Wort "Cancelled" ist dort zu lesen. Dazu die Schlagzeile "Und? Was hat's gebracht?" und die süffisante Antwort gleich darunter: "Frustrierte Kunden, ramponiertes Image, verunsicherte Kunden: eine Streikbilanz".

Der Titel sorgt derzeit vor allem bei den Flugbegleitern für Fassungslosigkeit. Die Unabhängige Flugbegleiter-Organisation (Ufo) - immerhin zuständig für den längsten Streik in der Geschichte der Airline - spricht von einer "bewussten Demütigung der Kabine". Gewerkschaftschef Nicoley Baublies wirft der Kranichlinie sogar vor, diese wolle sich "insgesamt der Sozialpartnerschaft entledigen". Das "Lufthanseat"-Cover ist aus Sicht von Baublies nicht die einzige Provokation, die sich die Konzernführung in dieser Woche geleistet hat - und die jetzt zu den für Donnerstag und Freitag angekündigten Arbeitskämpfen führt.

Zwar hatte das Management in der vergangenen Woche nach einem Besuch von Kanzlerin Angela Merkel in Frankfurt versucht, mit seinem Vorstoß zu einem "Jobgipfel" die Gewerkschaften der drei Berufsgruppen Flugbegleiter, Bodenpersonal und Piloten an einen Tisch zu bringen. Allerdings versäumten Lufthansa-Chef Carsten Spohr und Co. es, den Brief zuerst den Eingeladenen zuzuschicken. Stattdessen veröffentlichte der Konzern den Vorstoß als Pressemeldung. Die Ufo bezweifelte deshalb, dass es der Konzern mit seinem Gipfel ernst meine. Dass solche Nickeligkeiten mit dazu führen, dass erneut gestreikt wird, zeigt, wie verfahren der Tarifkonflikt bei der Lufthansa inzwischen ist.

Für Flugreisende bedeutet das zunächst einmal wieder jede Menge Ärger. Allerdings will die Ufo - anders als beim letzten Mal - genau mitteilen, welche Flüge sie bestreikt. Details will sie heute im Laufe des Tages nennen. Reisende, die einen Flug am Montag geplant haben, müssen dagegen noch weiter zittern. Sollte es kein neues Angebot zur Versorgung geben, werde auch am Montag gestreikt. "Die Lufthansa hatte es in der Hand, dass diese Streiks nicht weitergehen", sagte Baublies, "sie hat es meiner Ansicht nach aber bewusst darauf ankommen lassen."

Quelle: RP
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