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Essen/Düsseldorf
Uniper-Börsengang vielleicht schon kommende Woche

Essen/Düsseldorf. Der Stromkonzern Eon rechnet mit einer Kurs-Achterbahnfahrt, wenn seine Abspaltung Uniper in wenigen Tagen an die Börse geht. Hauptgrund sei, so Vorstandskreise, dass viele auf den Börsenindex Dax spezialisierte Fonds und Indexfonds die Papiere von Uniper direkt abstoßen würden, wenn sie als Ergänzung zu ihren Eon-Papieren für je zehn Anteile ein Uniper-Papier erhielten.

Denn Uniper wird nur einen Tag als 31. Mitglied im Dax-30-Club sein. Am Tag nach dem Börsengang wird das neue Unternehmen wegen eines zu niedrigen Marktwertes in den M-Dax der weniger großen Konzerne absteigen. Der zweite Grund für die erwarteten Unsicherheiten an der Börse sei, dass dem Vorstand von Uniper verboten ist, Prognosen über die erwarteten Gewinne zu machen, weil Uniper noch nicht an der Börse notiert ist - das könne Anleger nervös machen.

Ende dieser Woche rechnet Eon damit, dass die Finanzaufsicht Bafin den Börsenprospekt von Uniper zur Publikation freigibt. In den ersten zwei Wochen des Septembers kommt dann die Abspaltung, heißt es, vielleicht schon nächste Woche. Uniper bündelt das alte Kraftwerksgeschäft von Eon mit Ausnahme der Atomkraftwerke.

Bei Eon wird es durch den Börsengang wohl beim Abschluss des dritten Quartals zu einer Milliardenabschreibung kommen. Denn Uniper steht als Teil von Eon momentan noch mit zwölf Milliarden Euro in den Büchern. Viele Branchenbeobachter setzen den Wert jedoch deutlich niedriger an - was sich auch im Börsenkurs widerspiegeln dürfte. Eon, das auch nach dem Börsengang erst einmal 46 Prozent der Papiere behält, musste daher zuletzt Abschreibungen vornehmen. Bald dürfte es den Wert erneut nach unten korrigieren.

(rky)
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