Ruhrlagebericht: Unternehmen rechnen mit Wachstum im Revier
zuletzt aktualisiert: 08.02.2011 - 14:50Gelsenkirchen (RPO). Die Unternehmen im Ruhrgebiet rechnen für das angelaufene Jahr 2011 mit weiterem Wachstum. Das geht aus dem aktuellen Ruhrlagebericht der Industrie- und Handelskammern (IHK) hervor, der am Dienstag in Gelsenkirchen vorgestellt worden ist.
Für den Bericht wurden rund 900 Firmen mit zusammen 153.000 Beschäftigten befragt. Demnach notiert der Konjunkturklimaindex im drittgrößten europäischen Ballungsraum mit derzeit 126 Punkten leicht um einen Zähler höher als im Herbst. Zugleich ist es der zweithöchste Wert seit der deutschen Wiedervereinigung 1990.
"Die Erholung der Ruhrwirtschaft ist beeindruckend. Der Aufschwung gründet sich auf ein belastbares Fundament", sagte der Präsident der IHK Nord Westfalen, Benedikt Hüffer. Rund 40 Prozent der befragten Betriebe bewerten laut dem Bericht ihre derzeitige Geschäftslage als gut. Die Hälfte der Firmen nannte die Situation befriedigend. Nur jede zehnte Firma zeigte sich völlig unzufrieden.
Ein Drittel erwartet 2011 bessere Geschäfte
Für 2011 geht aktuell ein Drittel der Betriebe von einer weiteren Verbesserung der Geschäftslage aus. Nur jeder zehnte Betrieb rechnet mit einer Verschlechterung. Ein Risiko sehen die Unternehmen insbesondere in den wieder steigenden Energie- und Rohstoffpreisen. Knapp die Hälfte der Betriebe hält als Folge Eintrübungen der Konjunktur für möglich.
Vor einem Jahr war es noch ein Drittel. Auch den Fachkräftemangel sehen immer mehr Firmen als Problem an. Ein Viertel der befragten Betriebe und damit doppelt so viele wie vor einem Jahr sehen sich davon betroffen.
Besonders gut ist derzeit dem Bericht zufolge die Stimmung in der Industrie. Sie profitierte zuletzt besonders von den wieder florierenden Exporten, die nach Erwartung von mehr als einem Drittel der Firmen auch 2011 weiter anziehen werden.
Auch mit der Inlandsnachfrage zeigt sich die Ruhr-Industrie zufrieden, während sich die Dienstleister der Region hier zurückhaltender geben. Insbesondere im Handel gebe es Sorgen, dass die Binnenkonjunktur nicht zuletzt wegen der hohen Energiepreise an Fahrt verlieren könnte.
Unternehmen werben für mehr Toleranz bei den Bürgern
Angesichts der guten Wirtschaftslage im Revier wirbt der Bericht bei den Bürgern für mehr Toleranz gegenüber der Industrie. "Die Industrie hat lautstarke Gegner, aber nur stille Freunde", sagte Hüffer. Das Revier brauche ein "klares Bekenntnis für die Industrie auch da, wo die Entscheidung manchmal schwer fällt". Dazu zählte Hüffer Großprojekte wie Kraftwerke sowie Straßenbau und neue Gewerbeflächen.
Vor allem für den gerichtlich gestoppten Weiterbau des neuen Steinkohlekraftwerks Datteln müsse sich die Politik stark machen, forderte Hüffer: "Eine langjährige Hängepartie oder gar ein Abriss würden den Wirtschaftsstandort Ruhrgebiet und NRW massiv schädigen."
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum
