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GEK und HMK erhöhen deutlich: 20 Krankenkassen erhöhen am 1. Juli die Beiträge

zuletzt aktualisiert: 23.06.2008 - 22:05

Berlin (RPO). Die Preisspirale geht weiter nach oben: Ab 1. Juli wollen mindestens 20 Krankenkassen höhere Beiträge verlangen. Darunter seien zwei größere Kassen, sagte ein Sprecher des Bundesversicherungsamtes. Damit dürfte der durchschnittliche Beitragssatz von zuletzt 14,85 Prozent erstmals an die 15-Prozent-Marke herankommen. Ab 2009 stehen dann weitere Erhöhungen ins Haus - sowohl für gesetzlich wie auch für privat Versicherte.

Zu niedrige Gebühren hätten eine Abwanderung von Besserverdienenden zur Folge.  Foto: ddp, ddp
Zu niedrige Gebühren hätten eine Abwanderung von Besserverdienenden zur Folge. Foto: ddp, ddp

Nach Informationen unserer Redaktion handelt es sich bei den beiden großen Kassen um die Gmünder Ersatzkasse (GEK) mit 1,6 MIllionen Versicherten sowie die Hamburg-Münchener Krankenkasse (HMK) mit 300.000 Versicherten. Die GEK wird ihren Beitragssatz von 13,9 auf 14,3 prozent erhöhen, während die HMK-Mitglieder satte 15,5 Prozent zukünftig zahlen müssen. Hier beträgt die Steigerung 0,8 Prozent.

Die 217 gesetzlichen Krankenkassen kämpften zuletzt vor allem mit stark steigenden Arzneimittelpreisen. Das im ersten Quartal übliche Defizit der gesetzlichen Krankenversicherung war mit 1,1 Milliarden Euro weit größer ausgefallen als noch 2007. Außerdem vermuten Experten, dass einige Kassen in diesem Jahr die letzte Gelegenheit nutzen, in eigener Verantwortung den Beitragssatz zu erhöhen und ihre Finanzen zu sanieren. Ab 2009 soll ein von der Regierung festgelegter einheitlicher Beitragssatz für alle Krankenkassen gelten.

"Wird nicht billiger"

Auch dieser neue Satz wird nach Erwartung des Bundesversicherungsamts höher liegen als heute der Durchschnitt. Behördenchef Josef Hecken sagte der "Welt": "Jedem muss klar sein: Es wird nicht billiger als bisher." Hecken verwies auf die angestrebte Verbesserung der ärztlichen Vergütung, steigende Arzneimittelkosten und auf Mehrausgaben für Krankenhäuser. Der Chef der Kassen-Aufsichtsbehörde sagte, die Steigerung liege nicht am Fonds: "Diese Diskussion muss man mit und ohne Fonds führen."

Die Krankenkassen dringen darauf, angesichts der erwarteten Zusatzkosten in Milliardenhöhe den neuen Gesundheitsfonds finanziell keinesfalls zu knapp auszustatten. Gesundheitsministerin Ulla Schmidt müsse ihre Zusage einhalten, die vollen erwarteten Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung 2009 aus dem Fonds zu decken, hieß es aus dem neuen GKV-Spitzenverband. Anderenfalls würden sehr schnell Zusatzbeiträge für viele Versicherte fällig.

Wie stark der Beitragssatz 2009 steigen wird, will bei dem neuen Kassenverband aber offiziell noch niemand schätzen. Der heutige Durchschnittssatz von 14,85 Prozent enthält auch den Sonderbeitrag von 0,9 Punkten, den die Kassenmitglieder allein zahlen.

Bis zu 25 Prozent mehr für PKV-Neukunden

Auch bei der Privaten Krankenversicherung werden für 2009 stark steigende Beiträge für Neukunden erwartet. Marktführer Debeka kündigte im Handelsblatt Mehrkosten von bis zu 25 Prozent für PKV-Neulinge an. Im Durchschnitt würden neue Tarife ab 2009 bei Arbeitnehmern und Selbstständigen etwa 15 Prozent teurer, sagte Vorstand Roland Weber. Für Beamte rechne die Debeka mit zwei bis acht Prozent höheren Tarifen für Neulinge. Für Menschen, die bereits jetzt versichert sind, will zumindest die Debeka ihre Beiträge bis Ende 2009 stabil halten.

Der Verband der Privaten Krankenversicherung erklärte auf AP-Anfrage, man erwarte für Neuversicherte im Durchschnitt einen Aufschlag um bis zu zehn Prozent. Die Entwicklung der mehreren hundert Tarife für jetzige PKV-Kunden lasse sich nicht einheitlich vorhersagen.

Ursache für den Preisschub bei Neuverträgen ist laut PKV eine Neuerung der Gesundheitsreform 2007. Ab 2009 dürfen Neuversicherte bei einem Anbieterwechsel ihre Altersrückstellungen mitnehmen. Kaum ins Gewicht falle dagegen der neue PKV-Basistarif, der vergleichbare Leistungen wie die gesetzliche Krankenversicherung bietet. Der Basistarif mache sich rechnerisch für alle Kunden mit einem Prämienaufschlag von 1,2 Prozent bemerkbar, sagte Weber der Zeitung.

Quelle: ap

 
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