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580.000 Arbeitstage weggefallen: 2007 war das Jahr der Streiks

zuletzt aktualisiert: 02.01.2008 - 05:53

Frankfurt/Main (RPO). Die Arbeitnehmer in Deutschland haben 2007 so viel gestreikt wie seit 14 Jahren nicht mehr. 580.000 Arbeitstage fielen im vergangenen Jahr wegen Ausständen aus. Nur ein geringer Teil davon geht auf das Konto der Lokführer.

Auf den Arbeitskampf der Lokführer seien lediglich acht Prozent der Ausfalltage zurückzuführen, sagte der Tarifexperte des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Hagen Lesch, der "Frankfurter Rundschau".

Der Ausstand bei der Telekom habe mit rund 70 Prozent am stärksten zu Buche geschlagen sagte Lesch. Der fünfwöchige Arbeitskampf richtete sich gegen die Auslagerung von 50.000 Beschäftigten und die Kürzung ihrer Gehälter und führte dazu, dass das Telekom-Management seine Sparpläne abschwächte.

"Solche Abwehrstreiks sind ein neues Phänomen", sagte Lesch. In diesen Konflikten kämpften Beschäftigte nicht für Lohnerhöhungen, sondern gegen tarifliche Einschnitte wie Gehaltskürzungen oder längere Arbeitszeiten.

Für dieses Jahr rechnet Lesch mit relativ kurzen Arbeitskämpfen. "Lohnkonflikte sind nicht so zäh wie Abwehrstreiks", sagte er. Dank der besseren Konjunktur sei diesmal auch eine spürbare Gehaltserhöhung möglich, etwa im öffentlichen Dienst.

Auch bei der Bahn sei allenfalls damit zu rechnen, dass die Lokführer noch einmal drei oder vier Tage streiken. Denn die Lokführergewerkschaft GDL müsse die Verhältnismäßigkeit wahren, andernfalls könnten Gerichte erneut Streikverbote aussprechen.

Quelle: afp

 
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