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Die DAK macht den Anfang: 2010 stehen Zusatzbeiträge ins Haus

VON EVA QUADBECK - zuletzt aktualisiert: 30.11.2009 - 21:53

Berlin (RP). Gesetzlich Versicherte müssen sich in den ersten Monaten des kommenden Jahres darauf einstellen, dass ihre Krankenkassen Zusatzbeiträge erheben. Wie unsere Redaktion aus Kassenkreisen erfuhr, muss die DAK bereits zum 1. Februar 2010 einen Zusatzbeitrag von ihren Mitgliedern fordern. Die DAK hat 4,6 Millionen Versicherte.

Die Krankenkassen dürfen seit einem Jahr einen Zusatzbeitrag von ihren Versicherten erheben, wenn sie mit dem Geld, das der Gesundheitsfonds ihnen zuweist, nicht auskommen. Bislang hat erst die kleine Betriebskrankenkasse Köln von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht. Die Kassen können den Zusatzbeitrag bis zu acht Euro pauschal erheben oder bis zu einem Prozent vom Einkommen ihrer Mitglieder einziehen.

Ein DAK-Sprecher verwies darauf, dass es bei der Kasse keinen offiziellen Beschluss für einen Zusatzbeitrag gibt, er schloss allerdings auch nicht aus, dass die Versicherten ab 1. Februar einen Zusatzbeitrag zahlen müssen. „Die gesetzlichen Krankenversicherungen stehen insgesamt vor der Situation, dass sie mit dem Einheitsbeitrag nicht mehr auskommen”, sagte der Sprecher.

Das Thema Beitragserhöhung stehe bei allen Kassen auf der Tagesordnung. Die Entscheidung für einen Zusatzbeitrag der DAK ist nach Informationen unserer Redaktion auf einer Krisensitzung des Ersatzkassenverbandes gefallen. Dort wurde deutlich, dass sich die Ersatzkassen untereinander nicht aus finanziellen Engpässen helfen werden.

Die DAK ist nicht die einzige Krankenkasse, die finanziell unter Druck steht. Branchenkenner erwarten, dass eine ganze Reihe von Kassen in den ersten drei Monaten des kommenden Jahres einen Zusatzbeitrag erheben müssen.

Die Bundesverbände von AOK und BKK legten sich lediglich darauf fest, dass ihre Mitgliedsunternehmen ohne Zusatzbeitrag ins neue Jahr starten werden. Eine weitere Festlegung für 2010 wollten sie nicht treffen.

Eine Sprecherin des BKK-Bundesverbandes räumte ebenfalls Finanzdruck ein. Die Krankenhauskosten seien in den ersten drei Quartalen um knapp acht Prozent gestiegen.

Die Kassen benötigen vier bis sechs Wochen Vorlauf, um einen Zusatzbeitrag erheben zu können. Während der einheitliche Beitrag von 14,9 Prozente direkt vom Arbeitgeber an den Gesundheitsfonds geleitet wird, müssen die Kassen den Zusatzbeitrag von ihren Mitgliedern direkt kassieren. Die Kassen fordern, dass der Zusatzbeitrag auch vom Arbeitgeber abgezogen werden sollte. Gesundheitsminister Rösler lehnt dies ab.

Quelle: RP

 
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