Panzerfahrzeug: 272 "Boxer" für die Bundeswehr
VON HELMUT MICHELIS - zuletzt aktualisiert: 22.09.2009 - 17:54Düsseldorf/München (RP). "Boxer" heißt das neueste Panzerfahrzeug der Bundeswehr. Das erste Exemplar wird am Mittwoch in München feierlich an die Streitkräfte übergeben.
Produziert wird der "Boxer" von einem Konsortium unter Führung von Kraus-Maffei und Rheinmetall Defence. Die Düsseldorfer Firma Rheinmetall hat dafür extra den niederländischen Panzerbauer Stork gekauft. Denn die Streitkräfte des Nachbarlandes erhalten 200 Exemplare des "Boxers". Der aktuelle Gesamtauftrag hat ein Volumen von knapp 1,3 Milliarden Euro. Die 272 "Boxer" der Bundeswehr kosten 743,5 Millionen Euro.
Das acht Meter lange Achtrad-Fahrzeug setzt international Maßstäbe: In nur einer Stunde kann sein Aufbau ausgetauscht werden aus dem Infanterietransporter für zehn Soldaten wird ein Sanitätspanzer, eine rollende Leitstelle oder ein Kampfwagen mit 30-mm-Kanone. Die meisten Neuerungen sieht man von außen nicht: Das ausgeklügelte Bordcomputer-System bindet auch Soldaten außerhalb des Fahrzeugs in die Operationsführung ein und hält weit entfernte Führungsstäbe auf dem Laufenden.
Der "Boxer" ist - unter anderem durch aufgeklebte Keramikplatten und durch feste Fasermatten im Innern - besonders gegen Minen und Granatsplitter geschützt; beschädigte Panzerung kann mit wenigen Handgriffen ausgetauscht werden.
Trotz seines Gewichts von 32 Tonnen erreicht der Transporter mit seinem 710-PS-Turbodiesel eine Geschwindigkeit von 103 km/h und hat eine Reichweite von 1000 Kilometern. Er kann Hindernisse von bis zu einem Meter Höhe überwinden und Gewässer von 1,50 Meter Tiefe durchwaten.
"Mit dem 'Boxer' unterstreichen wir die technologische Spitzenstellung der deutschen Industrie in der Heerestechnik auch über Europa hinaus. Es gibt kein vergleichbares Fahrzeug, das so konsequent auf den aktuellen und künftigen Bedarf der Streitkräfte zugeschnitten ist", betont Rheinmetall-Vorstandsvorsitzender Klaus Eberhardt.
Über Stork erwartet Rheinmetall zusätzlich Instandsetzungs- und Modernisierungsauftrage der niederländischen Armee. Sie nutzt viele Waffensysteme deutschen Ursprungs, darunter den Kampfpanzer "Leopard 2", die Panzerhaubitze 2000 und den Transportpanzer "Fuchs". Das deutsche Heer wird den "Boxer" vorrangig in der Jägertruppe (Infanterie) und als robusten "Rettungswagen" im Sanitätsdienst einsetzen.
Flügel hat der nach der robusten Hunderasse benannte "Boxer" noch nicht: Mit Abmessungen und Gewicht ist er genau auf den Lufttransport im Militär-Airbus A-400 M zugeschnitten. Aber dessen Einführung verzögert sich.
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