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Telefonkonzern
500 Stellen bei Telefonica/E-Plus fallen schneller weg

500 Stellen bei Telefonica/E-Plus fallen schneller weg
Bisher hatte Telefonica nur angekündigt, dass bis 2018 weitere 800 der einst 9100 Stellen wegfallen sollten. FOTO: dpa, dpa
Düsseldorf/München. Telefónica- Deutschland-Chef Thorsten Dirks lässt in den nächsten Wochen noch einmal viel Geld verteilen, um beim Stellenabbau voranzukommen. Mit großzügigen Abfindungen sollen 500 Mitarbeiter dazu gebracht werden, die Firma schnell zu verlassen. Von Reinhard Kowalewsky

Das erfuhr unsere Redaktion aus Firmenkreisen. Bisher hatte der Mobilfunker nur angekündigt, dass bis 2018 weitere 800 der einst 9100 Stellen wegfallen sollten, nachdem 2015 bereits 800 Beschäftigte die Firma verlassen haben.

Der Stellenabbau wird beschleunigt, um das Unternehmen zu beruhigen. Denn es hatte viele Mitarbeiter zermürbt, dass sie nicht wussten, ob sie der nächsten, bereits angekündigten Rationalisierungswelle zum Opfer fallen. Also haben Betriebsräte und Geschäftsführung vereinbart, dass das Management sich jetzt entscheiden muss: In den nächsten Tagen gehen Abteilungsleiter auf Mitarbeiter zu, denen sie vorschlagen, "freiwillig" zu gehen.

Angeblich gab es am Mittwoch in der Düsseldorfer "Zweitzentrale" von Telefonica dazu erste Gespräche. "Die Leute sollen schon vor den Osterferien wissen, was auf sie zukommt", verriet ein Gruppenleiter vertraulich. Düsseldorf ist die Zweitzentrale der Münchener Telefónica, weil hier E-Plus ihren Sitz hatte.

Den Abschied vom Unternehmen macht das Management relativ leicht: Für jedes Beschäftigungsjahr im Konzern gibt es zwei Monatsgehälter als Abfindung zuzüglich 10.000 Euro Zuschlag und 5000 Euro pro Kind. Wer den Aufhebungsvertrag in wenigen Wochen unterschreibt, kassiert noch einmal 15.000 Euro als "Sprinterprämie".

Als Beispiel bedeutet dies bei einem Mitarbeiter mit einem Monatsbruttoeinkommen von 5000 Euro, dass er nach 20 Jahren Betriebszugehörigkeit 225.000 Euro an Abschiedsgeld kassieren kann. Dieses Geld ist allerdings nicht steuerfrei. Damit die Kosten der Abfindungen nicht aus dem Ruder laufen, hat Dirks eine Deckelung einbauen lassen: Es gibt maximal 320.000 Euro für einen ausscheidenden Mitarbeiter.

Nächstes und übernächstes Jahr fallen weitere 300 Stellen weg, damit 2018 dann wie angekündigt 1600 Jobs gestrichen worden sind.

Quelle: RP
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