Wirtschaftsverbände: 75.000 Lehrstellen bleiben unbesetzt
VON BIRGIT MARSCHALL / EVA QUADBECK - zuletzt aktualisiert: 08.12.2011 - 09:48Berlin (RP). Die Unternehmen suchen nach Einschätzung führender Wirtschaftsverbände noch immer mehr als 75.000 Auszubildende. Bei den Nachvermittlungsaktionen der Arbeitsagenturen und Kammern im Herbst sei der akute Mangel an Lehrlingen deutlich zutage getreten.
So hieß es beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sowie beim Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH).
"Die Betriebe hätten in diesem Jahr sehr viel häufiger Verträge abschließen können, wenn es mehr geeignete und ausbildungswillige Bewerber gäbe", sagte DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann unserer Redaktion.
Allein im Handwerk blieben 11.000 Stellen unbesetzt, sagte ZDH-Chef Otto Kentzler. Jugendliche hätten in der Regel die Auswahl zwischen mehreren Stellen.
"Der Beratungsaufwand der Kammern hat sich allerdings deutlich erhöht, da viele Jugendliche nicht das Rüstzeug für eine Ausbildung mitbringen", sagte Kentzler.
Die Verbände stellten bei der Nachvermittlung ein deutliches Desinteresse vieler Jugendlicher fest. Von 11.500 Jugendlichen, die noch keinen betrieblichen Ausbildungsplatz haben und angeschrieben wurden, hätten sich nur 4400 gemeldet.
Insgesamt wurden bei der Aktion 43.000 Lehrstellen angeboten. Der Chef der SPD-Linken im Bundestag, Ernst Dieter Rossmann, forderte als Konsequenz höhere Lehrlingsgehälter: "Die Anhebung der sehr niedrigen Vergütungen muss kommen."
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