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1000 Beschäftigte stehen auf der Straße: Aachen erschüttert: L.G. Philips schließt Werk

zuletzt aktualisiert: 03.12.2003 - 14:44

Aachen (rpo). Erschüttert und besorgt sind Stadt und Region Aachen, seit sie von der Schließung des Bildröhrenwerkes von L.G. Philips erfahren haben. Rund 1000 Beschäftigte werden ihre Arbeit verlieren. Die Betreiber hatten die Schließung mit der mangelnden Auslastung begründet.

Aachens Oberbürgermeister Jürgen Linden (SPD) sprach vom schwersten Schlag für die Region seit Ende des Bergbaus. Die Stilllegung sei ein schwerer Einschnitt, stellte auch der Aachener Wirtschaftsgeograf Helmut Breuer fest.

Die Stadt Aachen habe auf die Entscheidung des Konzerns keine Einflussmöglichkeiten gehabt. "Die Leute haben eine Globusbetrachtung und haben mit regionalen Interessen und auch mit den Leuten, die betroffen sind, unmittelbar nichts zu tun", sagte Linden. Wirtschaftsminister Harald Schartau (SPD) werde in den nächsten Tagen Gespräche mit Philips-Vertretern und dem Betriebsrat führen.

Das Elektronikunternehmen LG.Philips Displays hatte angekündigt, das Aachener Bildröhrenwerk Mitte nächsten Jahres zu schließen. Grund seien der Preiskampf auf Grund der neuen LCD-Technologie und die mangelnde Auslastung des Werkes.

Die Chancen für die rund 1000 Betroffenen, einen neuen Arbeitsplatz zu finden, seien schlecht, sagte der Wirtschaftsgeograf Breuer. "Die Leute, die freigesetzt werden, sind nicht die, die durch moderne Betriebe nachgefragt werden", sagte er. Zudem sei die Reaktionszeit bis zur Stilllegung Mitte nächsten Jahres sehr kurz.

Die Aachener Region sei bei Dienstleistungen, Forschung und Entwicklung gut aufgestellt. "Wir brauchen aber auch dringend die Schwarzbrotarbeitsplätze. Und deshalb ist es so bitter, dass das in dem Sektor passiert, nachdem wir den Bergbau einigermaßen sozialverträglich überstanden haben", sagte Breuer.

"Wir wissen noch nicht, was auf uns zukommt", sagte der Sprecher des Aachener Arbeitsamtes, Kuno Kaever. Vieles hänge von der Qualifikation der Betroffenen ab: "Wenn ein Großteil angelernt ist, wird es um so problematischer", sagte er. Mit einer Arbeitslosenquote von 10,1 Prozent liege Aachen zur Zeit leicht über dem Landesdurchschnitt.


 
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