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Deutsche Energie-Agentur warnt: Ab 2012 nicht mehr genug Strom für alle?

zuletzt aktualisiert: 02.08.2008 - 15:57

Düsseldorf (RPO). Die nächste Runde in der sich ständig nach oben drehenden Preisspirale: Die Verbraucher müssen sich nach Einschätzung der Deutschen Energie-Agentur (dena) auf zusätzliche Strompreissteigerungen und eine stärker als erwartet wachsende Stromlücke einstellen.

"Trotz der massiven Nutzung von regenerativen Energien und der Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen steht ab 2012 nicht mehr genügend gesicherte Kraftwerksleistung zur Verfügung, um die Jahreshöchstlast effizient zu decken", sagte der Chef der bundeseigenen Agentur, Stephan Kohler, der "Wirtschaftswoche".

Überholt sei seine Prognose vom Frühjahr, wonach bis 2020 die Differenz zwischen Stromnachfrage und -angebot auf rund 12.000 Megawatt oder umgerechnet 15 Großkraftwerke steige. "Nach neuen Berechnungen wird die Stromlücke noch größer, wenn die geplanten Kraftwerke in Hamburg-Moorburg, Mainz-Wiesbaden und der neue Block im hessischen Werk Staudinger nicht gebaut werden können. Dann fehlen künftig 15.000 Megawatt - und die lassen sich nicht einfach durch den weiteren Ausbau von erneuerbaren Energien ersetzen", erklärte Kohler.

Deutschland müsse nun dringend klären, wie es die eigene Stromproduktion steigern wolle. Ein Import fehlender Strommengen sei nicht möglich, weil auch in Europa Kapazitätsengpässe drohten. "Wir müssen uns entscheiden: Entweder wir bauen hocheffiziente Kohle- und Erdgaskraftwerke. Oder wir müssen die Atommeiler länger laufen lassen", sagte Kohler.

Stromimporte aus dem Ausland, die meist aus Atomkraftwerken kämen, seien keine Alternative: "Die vorhandenen und geplanten europäischen Kraftwerke reichen schon ab 2015 nicht mehr aus, um eine verstärkte Nachfrage aus Deutschland zu decken", betonte er.

Nach Kohlers Befürchtung führen die knappen Ressourcen zu unweigerlich steigenden Strompreisen: Wenn anstelle neuer Anlagen die alten ineffizienten Kohlekraftwerke weiterliefen, entstünden mehr Emissionen, und dies treibe die Kosten für die CO2-Zertifikate in die Höhe. "Über diese Zertifikate werden die Stromerzeuger für schmutzigere Kraftwerke bestraft. Das führt - zusätzlich zum knappen Stromangebot - zu steigenden Verbraucherpreisen. Das müssen wir verhindern, sonst wird der Saft aus der Steckdose zum Luxusgut", sagte Kohler.

Quelle: ap

 
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