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Schätzung der Rentenversicherung: Ab Juli etwa 2,5 Prozent mehr Rente

zuletzt aktualisiert: 05.02.2009 - 17:51

Berlin (RPO). Gute Nachrichten für Senioren: Die 20 Millionen Rentner dürfen auf eine Erhöhung ihrer Bezüge im Juli um etwa 2,5 Prozent hoffen. Diese Größenordnung hat Rentenpräsident Herbert Rische genannt, wie der CDU-Politiker Peter Weiß der AP am Donnerstag berichtete. In den vergangenen Jahren haben die Rentner allerdings nach Expertenrechnung 8,5 Prozent an Kaufkraft verloren.

Wie hoch die Rentenerhöhung im Juli genau ausfällt, steht erst im März fest, wenn alle Wirtschaftsdaten für 2008 ausgewertet sind. Denn die Altersbezüge richten sich nach der Lohnentwicklung des Vorjahres. Rische, Präsident der Deutschen Rentenversicherung, nannte die Größenordnung jetzt aber bereits auf Fragen von Senioren in einer öffentlichen Veranstaltung, wie der CDU-Abgeordnete Weiß berichtete.

Die Erhöhung wäre damit etwas geringer als die zuletzt vorhergesehenen 2,75 Prozent. Weiß sagte, dennoch könnten die Rentnerinnen und Rentner mit einer solchen Anpassung "relativ zufrieden" sein, zumal sie deutlich höher ausfalle als in den vergangenen Jahren. Der CDU-Politiker erinnerte daran, dass der Krankenkassenbeitrag nach dem Anstieg zu Jahresbeginn ab Juli auch für Rentner wieder sinke.

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Seit 2004 hat nach Berechnungen der Universität Freiburg wegen geringer Rentenerhöhungen, höherer Sozialbeiträge und der Inflation die Kaufkraft um 8,5 Prozent abgenommen, wie die "Bild"-Zeitung meldete. Das Rentenniveau - das Verhältnis von Löhnen und Renten - sank demnach von 52,3 Prozent 2006 auf 50,3 Prozent im vergangenen Jahr.

Der Sozialverband VdK verlangte die Rücknahme aller Rentenkürzungen aus den jüngsten Reformen. Verbandspräsidentin Ulrike Mascher sagte "Bild", vielen Rentnern bleibe "keine Luft mehr für weitere Einsparungen". Sie seien gezwungen, sich in Minijobs etwas etwas dazuzuverdienen. "Sämtliche Kürzungsfaktoren bei der Rente müssen abgeschafft werden", sagte Mascher. Die Rentner dürften "nicht länger von der Einkommensentwicklung abgehängt werden". Die Linke forderte ein "Rettungspaket für Rentner".

Union und SPD wollen Lebensstandard sichern

Gegen drohende Altersarmut künftiger Rentner erwägen inzwischen sowohl Union als auch SPD Gegenkonzepte. "Wir wollen die beitragsbezogene gesetzliche Rente nicht in Frage stellen, aber wir müssen Geringverdienern im Alter einen Mindestlebensstandard bieten", sagte SPD-Präsidiumsmitglied Ralf Stegner der "Rheinischen Post".

Nach Informationen der Zeitung will die SPD-Linke im Wahlprogramm einen steuerfinanzierten Zuschuss für Rentner durchsetzen, die mindestens 35 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben, aber aufgrund ihrer geringen Lohns nur ein Altersgeld in Höhe der Grundsicherung beziehen würden.

In der Unionsfraktion gibt es ähnliche Pläne. "Wir sind der Auffassung, dass es bei geringen Verdiensten in der Zukunft eine Mindestsicherung in der Rente geben muss", sagte CDU-Experte Weiß der Zeitung. Ein solches Instrument käme für Arbeitnehmer in Frage, die mindestens 35 Jahre in die Rentenversicherung einbezahlt haben. Es müsse bedarfsgerecht ausgestaltet und über Steuern finanziert werden.

Quelle: AP

 
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