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Ford in Deutschland: Abwrackprämie sorgt für Auftragsboom

zuletzt aktualisiert: 02.03.2009 - 14:29

Köln (RPO). Der US-Autobauer Ford in Deutschland profitiert von der Abwrackprämie: Sie beschert Ford einen regelrechten Auftragsboom. Im Vergleich zum Vorjahr hätten sich die Wagenbestellungen beinahe verdoppelt, teilt das Unternehmen mit. Trotzdem leidet auch Ford immer stärker unter der Krise.

Die Abwrackprämie verhalf Ford zu vielen Bestellungen - auch der Fiesta (Bild) wurde häufig geordert.  Foto: AP, AP
Die Abwrackprämie verhalf Ford zu vielen Bestellungen - auch der Fiesta (Bild) wurde häufig geordert. Foto: AP, AP

Bis zum 24. Februar seien in der Bundesrepublik bereits 50.873 neue Wagen geordert worden. Damit habe sich die Zahl der Bestellungen gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres fast verdoppelt, teilte das Unternehmen am Montag in Köln mit.

Das Geschäftsjahr 2008 schloss Ford Europa trotz der Krise mit einem Vorsteuergewinn von 1,06 Milliarden Dollar (840 Millionen Euro) ab. Dies sei das beste Ergebnis seit 1989, betonte der Konzern. Insgesamt verkaufte Ford 2008 in den 51 europäischen Märkten knapp 1,8 Millionen Fahrzeuge, 6,1 Prozent weniger als im Vorjahr.

Auch Ford leidet zunehmend unter Konjunkturkrise

Denn auch Ford leidet zunehmend unter dem von der Konjunkturkrise ausgelösten Nachfrage-Einbruch. Der Gewinn im Gesamtjahr 2008 überdeckt, dass der Konzern im vierten Quartal in Europa einen Verlust von 330 Millionen Dollar ausweisen musste.

Im Januar dieses Jahres verkaufte der Autobauer in seinen 19 wichtigsten europäischen Märkten insgesamt nur noch gut 98.000 Fahrzeuge, ein Minus von 23,1 Prozent gegenüber dem Januar 2008. Und ohne die Abwrackprämie in Deutschland wäre die Entwicklung wohl noch schlechter gewesen.

Die Umweltprämie sorgte für eine wahre Auftragsflut im deutschen Markt. Bei den kleineren Modellen Ka, Fiesta und Fusion wurden bundesweit zwischen dem 14. Januar, dem Starttag der Umweltprämie, und dem 24. Februar nach Unternehmensangaben 28.611 Bestellungen für diese Typen registriert, mehr als fünf Mal soviel wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Konzern bekräftigt Kündigungsverzicht

Aufgrund dieser Auftragsflut läuft die Fertigung im Fahrzeugwerk Köln, das den Ford Fiesta und Fusion herstellt, bis zu den Werksferien im Sommer völlig normal durch. Die bereits mit dem Betriebsrat vereinbarte Kurzarbeit an 15 Tagen wurde gestrichen.

Im Werk Saarlouis, im Kölner Motorenwerk und in der Fabrik im belgischen Genk hält das Unternehmen dagegen an der Kurzarbeit fest.

Insgesamt beschäftigt die Ford-Werke GmbH in Deutschland rund 29.000 Beschäftigte. Die deutschen Standorte und auch die Arbeitsplätze in Köln und Saarlouis sind nach Angaben des Unternehmens sicher. Eine im März 2006 zwischen Geschäftsleitung und Arbeitnehmervertretung getroffene Betriebsvereinbarung mit Laufzeit bis zum Frühjahr 2011 schließe betriebsbedingte Kündigungen aus.

Quelle: AP

 
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