Krise ist noch nicht überstanden: Ackermann warnt vor weiteren "Zeitbomben"
zuletzt aktualisiert: 03.12.2009 - 15:46Berlin (RPO). Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann hat auf dem Konjunkturgipfel bei Kanzlerin Angela Merkel vor weiteren Erschütterungen der weltweiten Finanzmärkte gewarnt. Wie aus Teilnehmerkreisen berichtet wurde, warnte der Top-Manager vor Belastungen durch die Dubai Krise sowie weiteren "Zeitbomben".
Es gebe neben der Dubai-Krise und den bereits bekannten Finanzproblemen in Griechenland "noch einige Zeitbomben", erklärte Ackermann am Mittwochabend. Es gehe da vor allem um kleinere Länder, deren Finanzprobleme aber durchaus noch zu Erschütterungen führen könnten. Auch die Immobilienkrise in den USA sei noch nicht gelöst, habe Ackermann betont.
Der Ausgang der Krise in Dubai bleibt indes offen. Die wichtigsten Gläubiger des angeschlagenen Staatskonzerns Dubai World haben sich formiert. In der kommenden Woche werde mit Vertretern von Dubai World ein Ausschuss zusammentreffen, den sechs Banken gebildet hätten, davon vier aus Großbritannien, sagte ein Bankenvertreter am Mittwoch.
Neben den einheimischen Instituten Emirates NBD und Abu Dhabi Commercial Bank aus den Vereinigten Arabischen Emiraten sind in dem Gremium Standard Chartered, HSBC, Lloyds und die Royal Bank of Scotland vertreten.
Normalerweise schließen sich in einem solchen Ausschuss die größten Gläubiger zusammen. Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) stehen britische Banken am stärksten mit Krediten an Dubai World im Feuer. In der vergangenen Woche hatte das Unternehmen die Kreditgeber seiner beiden wichtigsten Immobilienentwickler Nakheel und Limitless um Zahlungsaufschub gebeten und damit die weltweiten Finanzmärkte erschüttert.
Insgesamt will das Konglomerat nun 26 Milliarden Dollar an Verbindlichkeiten umschulden. Vorrangig dürfte dabei eine nach den Regeln des Islam aufgelegte Anleihe von Nakheel im Volumen von 3,52 Milliarden Dollar sein, die am 14. Dezember fällig ist.
Die arabischen Banken waren wegen eines Feiertags in den Vereinigten Arabischen Emiraten nicht erreichbar, Lloyds lehnte eine Stellungnahme ab.
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