Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
           
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Rheinische Post Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Ohne Foto nicht versichert: Ärger um Gesundheitskarte

VON EVA QUADBECK - zuletzt aktualisiert: 18.06.2009 - 06:26

Berlin (RP). Die elektronische Karte soll ab dem 1. Oktober ausgegeben werden. Wer es versäumt, seiner Krankenkasse ein Foto von sich zu schicken, kann seinen Versicherungsschutz verlieren.

Nach den Sommerferien werden die gesetzlich Versicherten Post von ihren Krankenkassen bekommen. Darin werden die Versicherungen von ihren Mitgliedern Fotos für die die elektronische Gesundheitskarte fordern. Wer es versäumt, der Krankenkasse ein Foto zur Verfügung zu stellen, kann seinen Versicherungsschutz verlieren.

Dies geht aus einer Antwort des Bundesgesundheitsministeriums an die FDP-Fraktion hervor. Darin heißt es: Die elektronische Gesundheitskarte könne "in der Regel nicht ausgestellt werden, wenn ein notwendiges Lichtbild nicht vorgelegt wird." Ohne Karte keine Leistung: Das Ministerium verweist in seinem Antwortschreiben auch auf die Pflicht der Versicherten, "bei Inanspruchnahme von ärztlichen Leistungen dem behandelnden Arzt vor Beginn der Behandlung die Gesundheitskarte vorzulegen".

Jahrelanger Streit

Der FDP-Gesundheitsexperte Daniel Bahr kritisiert: "Das Gesundheitsministerium will gegen Bedenken von Ärzten und Patientenvertretern dieses Projekt durchpeitschen."

Die elektronische Gesundheitskarte soll ab dem 1. Oktober an die Versicherten ausgegeben und später erweitert werden. Um ihre Einführung tobt seit Jahren ein Streit. Ursprünglich sollte das Projekt 2006 starten. Die AOK Rheinland/Hamburg zeigt sich zuversichtlich, dass der neue Starttermin eingehalten werden kann.

Auch bei der Bildbeschaffung sieht AOK-Chef Wilfried Jacobs keine Schwierigkeiten: "In einer Testphase hatten wir bereits bei 20.000 Versicherten Bilder erbeten. 98 Prozent davon haben die Bilder sofort zur Verfügung gestellt." Für all jene, die wegen Alter oder Krankheit nur schwer Fotos beschaffen könnten, wolle die AOK "großzügige Übergangsfristen" einräumen.

Erhebliche Bedenken

Bei vielen Ärzten gibt es noch erhebliche Bedenken gegen die Karte. Sie fürchten, die Daten ihrer Patienten könnten nicht ausreichend geschützt sein. Viele Mediziner fürchten auch den weiteren Aufwand, den die neue Technik bringt. "Die Informationen müssen alle gesondert eingegeben werden. Das kostet Zeit, die von der Patientenversorgung abgeht", sagt der Düsseldorfer Internist Achim Daweke. Die Ärzte seien bereits heute mit Dokumentationspflichten überfrachtet.

Nicht zuletzt wegen des Streits um die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte hat der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, Leonhard Hasen, seine Kündigung eingereicht. Die Ärztevertreter hatten ihm das Misstrauen ausgesprochen. Bis zum Jahresende bleibt er allerdings auf seinem Posten und managt den Start der Gesundheitskarte.

"Das nimmt jetzt Fahrt auf"

Derzeit werden die Arztpraxen mit Lesegeräten für die elektronische Gesundheitskarte ausgestattet. Von 15.000 Praxen, die ein solches Gerät benötigen, hätten bereits 2000 die Lesegeräte bestellt, betont Hansen. "Das nimmt jetzt Fahrt auf." Jede Arztpraxis erhält für den Kauf und die Installation der Geräte 1200 Euro von den Krankenkassen.

Die Techniker Krankenkasse zeigt sich weniger optimistisch, was die Ausstattung der Arztpraxen angeht. "Noch ist die Versorgung der Praxen mit Lesegeräten nicht so gut, dass wir mit der Ausgabe der elektronischen Gesundheitskarte starten können", sagte ein Sprecher. Die TK sei aber bereit, im August mit der Produktion der Karten zu starten, wenn es beim Einführungstermin 1. Oktober bleibe.


 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung. Beachten Sie
dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Mehr Studenten sorgen für Geldnot an Unis

Der doppelte Abi-Jahrgang kommt

Mehr Studenten sorgen für Geldnot an Unis

Der doppelte Abitur-Jahrgang strapaziert die Hochschulen in NRW organisatorisch und finanziell. mehr 

Telekom friert Drahtlos-Pläne für Neubaugebiete ein

Nach schwerer Kritik an Plänen

Telekom friert Drahtlos-Pläne ein

Die Deutsche Telekom legt ihre Drahtlos-Pläne für einzelne Neubaugebiete auf Eis. mehr 

Mehr Wirtschaft
Aus der Region

Der doppelte Abi-Jahrgang kommt

Mehr Studenten sorgen für Geldnot an Unis

Nach schwerer Kritik an Plänen

Telekom friert Drahtlos-Pläne ein

Elfter Gewinntag in Folge an der Börse

Der Dax setzt seine Gewinnserie fort

Videos

Video

Vorgestellt: Nashorn Kibibi aus dem Krefelder Zoo

Kibibi ist zwei Jahre alt und lebt im Krefelder Zoo. Doch lange kann sie dort nicht mehr bleiben, denn ihre Mutter ist erneut schwanger. ... mehr 

Top-Services
 
Politik-Nachrichten

Ehrung für Altkanzler Kohl

Noch einmal "Helmut"-Rufe in Bayern

Altkanzler Helmut Kohl tritt nur noch sehr selten öffentlich auf. Bei einer Feierstunde zu seinen Ehren in Oberfranken ließ er sich nun als Visionär würdigen - und meldete sich auch selbst zu Wort. mehr

 

Der doppelte Abi-Jahrgang kommt

Mehr Studenten sorgen für Geldnot an Unis

Der doppelte Abitur-Jahrgang strapaziert die Hochschulen in NRW organisatorisch und finanziell. VON frank vollmer  mehr

 
 
 

"Ein Zeichen für den Tierschutz"

Altmaier besucht Justin Biebers Äffchen

 
 

Terror-Organisation oder nicht?

EU prüft Einstufung der Hisbollah

 

Spannungen zwischen Israel und Syrien

Neuer Zwischenfall auf Golan-Höhen

Strom-Rechner

kWh
vergleichen
Jetzt Fan werden!

Werden Sie jetzt Facebook-Fan von RP ONLINE und verpassen Sie keine News mehr.

Jetzt Facebook-Fan werden von RP ONLINE