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US-Versicherungskonzern: AIG-Chef Liddy kündigt Rücktritt an

zuletzt aktualisiert: 22.05.2009 - 13:24

New York (RPO). Der Chef des schwer angeschlagenen US-Versicherungskonzerns AIG, Edward Liddy, hat seinen Rücktritt angekündigt. Der Manager hatte seinen Posten erst im September 2008 angetreten. Der Konzern hält sich nur dank staatlicher Hilfsgelder über Wasser.

Edward Liddy wirft das Handtuch.  Foto: AFP, AFP
Edward Liddy wirft das Handtuch. Foto: AFP, AFP

Er werde seine Ämter als Vorstandsvorsitzender und Präsident des Verwaltungsrates aufgeben, sobald Nachfolger gefunden seien. Die Suche solle nach der Hauptversammlung am 30. Juni beginnen, teilte AIG am Donnerstag mit. Der Verwaltungsrat schloss sich einer Empfehlung des 63-jährigen Liddy an, wonach der Vorstandsvorsitz und der Vorsitz des Verwaltungsrats künftig getrennt werden sollen.

Seit September hat die Regierung in Washington den einstmals weltgrößten Versicherungskonzern mit 182,5 Milliarden Dollar (132,5 Milliarden Euro) Hilfen vor einem Zusammenbruch bewahrt. Die Regierung übernahm im Gegenzug rund 80 Prozent der Anteile des Unternehmens. Für einen Sturm der Entrüstung in Öffentlichkeit und Regierung sorgte im März die Zahlung von Boni in Höhe von 165 Millionen Dollar ausgerechnet an Manager der Sparte Finanzprodukte, deren riskante Geschäfte für die Schieflage des Konzerns wesentlich verantwortlich waren.

Luxusreise für Manager sorgt für Entrüstung

Doch auch durch weitere Affären hat AIG Kredit verspielt. So wurde im Oktober bekannt, dass der Konzern wenige Tage nach der Beinahepleite Mitte September einer Anzahl von Managern einen Luxusaufenthalt für 440.000 Dollar in einem kalifornischen Feriendomizil spendiert hatte. Später wurde auch ein Jagdausflug auf Firmenkosten nach England für 86.000 Dollar bekannt.

Liddy hatte die Führung von AIG am 18. September 2008 auf Wunsch der US-Regierung von seinem Vorgänger Robert Willumstad übernommen, der seit 2006 AIG-Verwaltungsratschef und ab Juni 2008 auch Vorstandsvorsitzender war. Liddy arbeitet für das symbolische Jahresgehalt von einem Dollar.

Er lehnte nach Angaben des Unternehmens gegenüber der US-Börsenaufsicht SEC eine Kompensation in Form eines Aktienpakets ebenso ab wie andere Zahlungen, erhielt aber insgesamt 460.500 Dollar an Nebenkosten. AIG zahlte dem in Chicago lebenden Liddy unter anderem ein Apartment in New York, erstattet Fahrtkosten und übernimmt Steuerzahlungen, die Liddy sonst trotz seines Ein-Dollar-Jobs hätte leisten müssen.

Finanzminister würdigt Arbeit Liddys

Liddy war 2008 als Chef des Versicherers Allstate in den Ruhestand getreten. In einem Interview erklärte er, es werde wahrscheinlich mehr als drei Jahre dauern, AIG wieder in die Gewinnzone zu bringen. "Ich möchte das nicht noch machen, wenn ich 67 bin", sagte er. Den Vorschlag, Vorstandsvorsitz und Verwaltungsratsvorsitz zu trennen, begründete er mit der Arbeitsbelastung und bevorstehenden Personalentscheidungen, die der Verwaltungsratschef bei der geplanten Aufspaltung des Konzerns in drei Firmen zu treffen habe. Wenn seine Nachfolger gefunden seien, könne er in den Ruhestand zurückkehren, sagte Liddy.

US-Finanzminister Timothy Geithner würdigte die Arbeit Liddys. Indem er der Bitte der US-Regierung gefolgt sei, habe Liddy einen der anspruchsvollsten Jobs im aktuellen amerikanischen Finanzsystem übernommen, sagte Geithner. Damit habe er Pflichtbewusstsein und Patriotismus gezeigt.

Quelle: AP

 
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