Wirtschaftskrise: AIG-Manager kündigt per Leserbrief
zuletzt aktualisiert: 25.03.2009 - 19:13Charlotte/USA (RPO). In einem Leserbrief in der "New York Times" hat ein langjähriger Manager des maroden US-Versicherungskonzerns AIG seine Kündigung erklärt. Er sei enttäuscht über das Verhalten von Konzernchef Edward Liddy und werde seinen Bonus in Höhe von 742.000 Dollar nach Steuern in voller Höhe spenden, erklärte Jake DeSantis.
Er arbeitete elf Jahre lang bei AIG und war stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Abteilung für Finanzprodukte. Das am Mittwoch veröffentlichte Schreiben hatte er am Vortag an Liddy geschickt.
Der AIG-Chef habe den Bonuszahlungen zunächst zugestimmt und sie dann inmitten heftiger Kritik vor dem Kongress als geschmacklos verurteilt, kritisierte DeSantis. Daher kehre er dem Unternehmen den Rücken und spende seinen Bonus "denen, die unter dem weltweiten Konjunkturrückgang leiden". Er wolle keinen Cent behalten, betonte der Manager.
AIG zahlte in diesem Monat insgesamt 165 Millionen Dollar Boni und löste damit große Empörung in der Öffentlichkeit aus. Der Versicherer erhielt wegen der Finanzkrise bereits Staatshilfen im Wert von 170 Milliarden Dollar, ohne die das Unternehmen längst pleite wäre. Liddy verstehe den Frust DeSantis' und sei der Meinung, dass die Mitarbeiter zu Unrecht derart in der Öffentlichkeit kritisiert würden, sagte ein AIG-Sprecher der Nachrichtenagentur AP. Nach Angaben des New Yorker Generalstaatsanwalts Andrew Cuomo haben AIG-Angestellte inzwischen eingewilligt, Boni in Höhe von 50 Millionen Dollar zurückzuzahlen.
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