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"Marktchancen wahrnehmen": Air Berlin beschließt Börsengang

zuletzt aktualisiert: 08.03.2006 - 15:40

Berlin (rpo). "Die Würfel sind gefallen." Mit diesen Worten verkündete Air-Berlin-Chef Joachim Hunold auf der ITB in Berlin den Börsengang seiner Billigfluglinie.

"Weil wir unsere Marktchancen wahrnehmen wollen, gehen wir an die Börse", erklärte Air-Berlin-Chef Joachim Hunold am Mittwoch auf der Tourismus-Messe ITB in Berlin.

Ein entsprechener Beschluss sei am Vortag von den Anteilseignern des Billigflieger-Unternehmens gefasst worden. Der Zeitpunkt blieb zunächst aber unklar. Der Börsengang könnte mit einem Volumen von bis zu 700 Millionen Euro einer der größten in diesem Jahr in Deutschland werden.

Hunold erklärte weiter, Air Berlin sei nun auch nach Meinung der beteiligten Banken reif für die Börse. Der Schritt sei mit einer Kapitalerhöhung um 130 Millionen Euro vorbereitet worden. Hunold verwies zudem auf das seit 15 Jahren zulegende Geschäft.

Zudem versprächen die Branchenaussichten weiteres Wachstum: Der Marktanteil der Billigflieger in Europa werde sich in den nächsten Jahren verdoppeln. Für das Jahr 2005 nannte Hunold einen um 17 Prozent gestiegenen Umsatz von 1,22 Milliarden Euro sowie ein Ergebnis vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen und Leasingkosten (EBITDAR) von 153 Millionen Euro.

Wann der Börsengang genau erfolge, müsse noch mit den beteiligten Banken abgesprochen werden, erklärte der Unternehmenschef weiter. Nach Angaben einer Sprecherin ist nicht einmal klar, ob die Operation noch in diesem Jahr stattfindet. Zur Höhe der Einnahmen aus dem Börsengang konnte Hunold zunächst ebenfalls keine Angaben machen.

Das hänge vom Umfang der Kapitalerhöhung und der Anzahl der abzugebenden Aktien ab. In früheren Presseberichten war unter Berufung auf Bankenkreise von rund 700 Millionen Euro die Rede gewesen, was von Air Berlin als "Spekulation" bezeichnet wurde, an denen sich das Unternehmen nicht beteilige.

Im vergangenen Jahr hatten nur drei Börsengänge in Deutschland die 500-Millionen-Euro-Marke überschritten: Es handelte sich dabei um den Bezahlsender Premiere, die Baumarktkette Praktiker und die Flugzeugmotorenbauer MTU Aero Engines. Nach Angaben von Air Berlin sollen bei dem Börsengang sowohl institutionelle Anleger im Ausland als auch Privatanleger zum Zuge kommen.

Air Berlin hatte den Börsengang bereits seit einiger Zeit erwogen. Das Unternehmen ist mit 13,5 Millionen Passagieren im Jahr 2005 nach der Lufthansa die zweitgrößte Fluggesellschaft in Deutschland. Air Berlin verfügt derzeit über 54 Flugzeuge, im Laufe des Jahres sollen es mindestens 60 werden. Das Unternehmen fliegt von Deutschland aus zu 55 Zielen und beschäftigt 2679 Mitarbeiter.

Quelle: afp

 
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