Umweltsünder ohne schlechtes Gewissen: Air-Berlin-Chef ist "Dinosaurier des Jahres 2007"
zuletzt aktualisiert: 28.12.2007 - 12:04Berlin (RPO). Auf diese Auszeichnung hätte Air-Berlin-Chef Joachim Hunold wohl gerne verzichtet. Der Naturschutzbund NABU hat den Unternehmer zum "Dinosaurier des Jahres" ernannt. Der Titel wird jedes Jahr dem größten "Umweltsünder ohne schlechtes Gewissen" verliehen. Hunold erhalte den Preis stellvertretend für die gesamte Billigflieger-Branche, so der NABU in seiner Begründung.
Hunold versuche allen Fakten zum Trotz das Flugzeug als klimafreundliches Verkehrsmittel darzustellen, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.
Hunold erhält laut Tschimpke als lautstärkster Vertreter der Branche den Negativpreis stellvertretend auch für andere Billigfluggesellschaften, die ihren Kunden die ökologische Wahrheit über das Verkehrsmittel Flugzeug verschwiegen und stattdessen Tickets für 20 Euro verkauften.
Hunold genieße es, sich öffentlich als Branchenschreck zu geben und "gänzlich ungeniert gegen alle zu polemisieren, welche die längst überfällige Einführung einer Mineralöl- und Ökosteuer auf Flugzeugkerosin" forderten. Klimaschutz bestehe für Hunold im Neubau von Atomkraftwerken und im Flugverkehr für alle Reisen über 100 Kilometer.
Andere Fluggesellschaften wie etwa die Lufthansa versuchten dagegen, mit einer freiwilligen Klimaabgabe auf Tickets etwas für die Umwelt zu tun. So lange allerdings Manager wie Hunold Spitzenpositionen innehätten, sehe er für ein Umdenken in der Wirtschaft schwarz.
Den Preis - eine 2,6 Kilogramm schwere Nachbildung einer Riesenechse aus Zinn - wollte Tschimpke per Boten an Hunolds Geschäftsstelle liefern lassen. Der NABU-Präsident bezweifelte, dass der Preis bei Hunold ein Umdenken bewirke. Das sei bei früheren Preisträger wie Bauernpräsident Gerhard Sonnleitner (2001) anders gewesen. Obwohl ihn der Preis geschmerzt habe, sei mit dem Deutschen Bauernverband eine "vernünftige Diskussionskultur" entstanden.
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