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Ende der Bieterfrist
Mehrere Interessenten bieten für insolvente Air Berlin

Air Berlin: Mehrere Interessenten bieten für insolvente Fluggesellschaft
Flugzeuge von Air Berlin auf dem Flugfeld des Flughafens in Düsseldorf (Archiv). FOTO: dpa, rwe htf
Berlin. Der Bieterkampf um die insolvente Air Berlin geht in die heiße Phase. Mehrere Interessenten haben bis zum Ablauf der Frist am Freitagnachmittag ihre Angebote für die Fluggesellschaft oder Teile davon eingereicht.

Es gebe ein "reges Investoreninteresse", erklärte Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann am Freitag nach Ablauf der Bieterfrist in Berlin. Das spreche für das Unternehmen. Die Namen der Bieter oder Details der Angebote nannte er nicht.

In den Wochen seit der Insolvenz war öffentlich gut ein halbes Dutzend Interessenten gehandelt geworden. Als Favorit gilt die Lufthansa, die nach eigenen Angaben eine Offerte abgab, ohne jedoch Details zu nennen. Aus Verhandlungskreisen erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters, dass Deutschlands größte Fluggesellschaft für 70 bis 90 der gut 140 Maschinen einen niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag biete.

Fristverlängerung für chinesischen Interessenten

Ein Interessent hatte kurz vor Ende der Bieterfrist noch um eine Fristverlängerung gebeten: Der Geschäftsführer der chinesischen Betreibergesellschaft des Flughafens Parchim, Jonathan Pang, habe um zusätzliche Zeit bis zum 21. September gebeten, sagte der Rechtsanwalt Helmut Naujoks, der das Unternehmen in Deutschland vertritt. Die Fristverlängerung sei bis zum 21. September gewährt worden.

Naujoks begründete Pangs Bitte um Fristverlängerung damit, dass es längere Zeit dauere, die Vertragsunterlagen ins Chinesische zu übersetzen. Man habe fleißig gearbeitet, doch die Zeit sei zu kurz gewesen, sagte er. Air Berlin betont jedoch stets, den Verkauf möglichst schnell abschließen zu wollen. Denn der Flugbetrieb wird nur noch durch einen Kredit des Bundes aufrecht erhalten.

"Wir werden nun bei der Prüfung der Angebote darauf achten, die bestmöglichen Lösungen für das Unternehmen und die Mitarbeiter zu erreichen", kündigte Winkelmann an. "Unser Ziel ist und bleibt, so viele Arbeitsplätze wie möglich in einen sicheren Hafen zu führen."

Die Gläubiger sollen am 21. September beraten, vier Tage später soll der Aufsichtsrat über die Zukunft der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft sowie ihrer mehr als 8000 Beschäftigten entscheiden.

Air Berlin hatte Mitte August Insolvenz angemeldet, nachdem der Großaktionär Etihad weitere Finanzspritzen für die defizitäre Airline ausgeschlossen hatte.

(wer/dpa/REU)
 
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