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Tegel-Deal mit Air Berlin
Schade, dass Easyjet an Düsseldorf vorbei fliegt

Air Berlin: Schade, dass Easyjet an Düsseldorf vorbei fliegt
Eine Maschine von Easyjet in der Luft. (Archiv) FOTO: rtr, RD/SAA/
Meinung | Düsseldorf. Die britische Billig-Fluggesellschaft Easyjet will Teile des Geschäfts von Air Berlin am Hauptstadtflughafen Tegel übernehmen. Das ist für Düsseldorf eine schlechte Nachricht. Immerhin dürften aber Flüge in die Hauptstadt günstig bleiben. Von Reinhard Kowalewsky

So sehr es zu begrüßen ist, wenn nun 1000 Mitarbeiter von Air Berlin eine Zukunft bei Easyjet finden können, so sehr ist es allerdings zu bedauern, dass Easyjet die übernommenen 25 Flugzeuge anscheinend fast nur in Berlin stationieren will. Dies bedeutet mehr Wettbewerb für die Hauptstadt und das ist gut so – aber keine große Übernahme von Air-Berlin-Jets in NRW durch den britischen Billigflieger, wie es anfangs eigentlich geplant war.

Nachträglich muss sich Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann fragen lassen, ob es klug war, den Vertrag über die Übernahme von 81 Jets von Air Berlin durch Eurowings schon vor einigen Wochen festgezurrt zu haben.

Fragen an den Flughafen Düsseldorf

Denn nun stellt sich die Frage, ob Easjyet von Düsseldorf auch deshalb abgeschreckt wurde, weil Eurowings und die Lufthansa-Gruppe hier eben eine sehr starke Marktdominanz von mindestens 50 Prozent haben werden.

Gegen einen so starken Player mit extrem vielen Flügen pro Tag zu den beliebtesten Zielen wie Berlin, München oder Hamburg ist gerade im Geschäftskundensegment schwer anzutreten. Wurde also der Verzicht von Easyjet so indirekt provoziert, ist zu fragen.

Was ist nun zu tun? Das Kartellamt muss dafür sorgen, dass es auf wichtigen Rennstrecken ab dem wichtigsten Flughafen von NRW weiterhin einen zweiten Wettbewerber geben wird. Falls das am Ende sogar Easyjet wird, wäre das nur zu begrüßen. Die Luftfahrtgesellschaft hat einen guten Ruf, die Preise sind günstig und es werden sogar Tariflöhne gezahlt – im Gegensatz zu Ryanair.

Strecke Berlin - Düsseldorf

Auch der Flughafen Düsseldorf muss sich die neue Lage genau anschauen. Einerseits wird es wichtig, mit Eurowings gut zusammenzuarbeiten. Dies könnte auch helfen, viele Umsteigeverbindungen von Eurowings in die USA aufzubauen – es wird ja extrem viele Zubringerflüge nach Düsseldorf geben.

Gleichzeitig muss sich auch der Flughafen fragen lassen, ob er sich für mehr Wettbewerb auf Rennstrecken einsetzen kann: Marketingszuschüsse für die Eröffnung neuer Strecken sind an Airports üblich. Nun sollte sich der Flughafen überlegen, ob er gezielt einen Wettbewerber für besonders beliebte Strecken anlockt.

Dabei kann allerdings wenigstens bei einer Strecke Entwarnung gegeben haben: Fliegen ab Düsseldorf in die Hauptstadt bleibt günstig. Denn Easyjet wird die dortige nun ausgebaute viel größere Flotte sicher nutzen, um auch oft und günstig nach NRW und Düsseldorf zu fliegen.

(rky)
 
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