Paris: Airbus A 400 M gestartet
VON KARIN FINKENZELLER - zuletzt aktualisiert: 11.12.2009 - 10:40(RP). Der Jungfernflug: Seit Tagen verschickt der Flugzeughersteller Airbus Informationen und Fotos, um auf den Erstflug seines Militärtransporters A 400 M vorzubereiten, der mit drei Jahren Verspätung heute in Sevilla stattfand. Die Maschine hob um 10.16 Uhr im südspanischen Sevilla mit sechs Besatzungsmitgliedern an Bord ab. Als Dauer des Fluges sind eine bis drei Stunden geplant.
Man sieht Airbus-Chef Thomas Enders lachend neben der Maschine stehen und erfährt, dass die sechs Testpiloten zusammen mehr als 31.000 Flugstunden absolviert haben und "rund um die Uhr" arbeiten. Doch hinter den Kulissen rumort es heftig. Können sich Hersteller und Besteller-Länder nicht auf einen neuen Vertrag einigen, droht dem A 400 M das Aus.
Hauptakteure in dem Disput sind Enders und Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg. Beide wollen nicht nachgeben. Enders verlangt von den Regierungen der Besteller-Länder das Okay für eine abgespeckte Version des Fliegers bei gleichzeitig höheren Preisen. Anstatt des vereinbarten Festpreises von 20 Milliarden Euro für 180 bestellte Maschinen sprechen die Wirtschaftsprüfer von PricewaterhouseCoopers nun von Kosten von 27,4 Milliarden Euro.
Und die Forderungen nach einem Transporter, der höher, schneller und weiter fliegen kann als die bisher im Einsatz befindlichen Transportmaschinen, dabei bedeutend mehr Last tragen und in schwierigem Gelände landen kann, scheinen unrealisierbar.
Guttenberg wehrt sich
Minister Guttenberg wehrt sich: "Vertragstreue ist keine romantische Phrase." Die Bundesregierung hat allein 60 Militärtransporter bestellt. Ein Kompromissvorschlag der Führung in Paris, der die Auslieferung einer ersten Tranche der Maschinen zum ursprünglich vereinbarten Preis vorsieht und einen höheren Preis für die zweite, findet keine Zustimmung.
Ein Krisentreffen der Staatssekretäre der sieben Bestell-Länder in Berlin brachte kein Ergebnis. "Der neue Verteidigungsminister hat auf Empfehlung seines Hauses eine harte Haltung eingenommen", heißt es. Enders soll offen mit einem Ausstieg aus dem Projekt gedroht haben. Bis zum Jahresende soll nun eine Lösung her. Viel Zeit bleibt also nicht mehr. Eine Annäherung sei aber zu erwarten, heißt es in Paris: "Schließlich brauchen wir den A 400 M."
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