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Zwei deutsche Werke sollen angeblich verkauft werden: Airbus will in Hamburg 1000 Stellen streichen

zuletzt aktualisiert: 20.02.2007 - 13:27

Düsseldorf (RPO). EADS will offenbar zwei Airbus-Werke in Deutschland verkaufen. Nach einem Zeitungsbericht sind die Standorte in Varel und Nordenham betroffen. In Hamburg sollen 1000 Stellen abgebaut werden, im gesamten Konzern 10.000. Am Freitag kommt es wahrscheinlich zu einem Krisengipfel zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem französischen Ministerpräsidenten Dominique de Villepin.

Das berichtet die "Bild"-Zeitung. In den beiden Werken arbeiten insgesamt 3500 Beschäftigte. Die Arbeitszeit in den deutschen Werken soll ohne Lohnsausgleich von 37,5 auf 40 Stunden pro Woche erhöht werden. Aufgrund einer Vereinbarung dürfen in Deutschland bis 2012 bei Airbus keine betriebsbedingten Kündigungen ausgesprochen werden.

Wie die Zeitung weiter erfahren haben will, sollen im Werk Hamburg 1000 der 11.000 Stellen abgebaut werden. Das sind deutlich weniger als sie vom Betriebsrat befürchteten 4000. Die Produktion des Super-Airbus A380 bleibe in Hamburg.

Dies sei ebenso wie der Verkauf der Werke in Nordenham und Varel sowie im nordfranzösischen Méaulte bereits am Sonntag vom Management des Mutterkonzerns EADS als Teil des Sanierungsplans "Power8" gebilligt worden.

Wahrscheinlich Airbus-Gipfel am Freitag

Das Routinetreffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac am kommenden Freitag wird höchstwahrscheinlich von den Plänen zur Sanierung von Airbus bestimmt. Eine entsprechende Äußerung des französischen Premierministers Dominique de Villepin vom Dienstag wurde in Berliner Koalitionskreisen indirekt bestätigt.

Die in etwa zweimonatigem Abstand stattfindenden Treffen der deutschen und der französischen Regierungsspitze im so genannten Blaesheim-Format haben in der Regel keine formelle Tagesordnung, sondern dienen der Vertiefung der Beziehungen und sollen helfen, Unstimmigkeiten möglichst schon im Ansatz zu lösen. Das Treffen am Freitag, an dem auch die Außenminister teilnehmen, findet zum ersten Mal im neuen Gästehaus der Bundesregierung im brandenburgischen Meseberg statt.

10.000 Stellen vor Streichung

Bei Airbus sollen nach Angaben des französischen Premierministers Dominique de Villepin rund 10.000 Arbeitsplätze gestrichen werden. "Das sieht der Plan vor", sagte Villepin am Dienstag im Radiosender RTL.

Er kündigte an, dass sich der französische Staatspräsident Jacques Chirac am Freitag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel treffen wolle. "Das ist eine Angelegenheit, die wir auf höchster Ebene behandeln wollen", sagte Villepin.

Wegen des erbitterten Ringens der Airbus-Länder um die künftige Produktionsaufteilung verzögert sich der Start der Unternehmenssanierung. Der Mutterkonzern EADS hatte am Montag völlig überraschend die mit Spannung erwartete Bekanntgabe des Programms "Power 8" verschoben. Hauptstreitpunkt ist, ob Hamburg wesentliche Anteile an der Produktion des neuen A350 verliert.


 
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