| 16.11 Uhr

Airline Niki
Niki Lauda will es doch noch mal wissen

Airline Niki: Niki Lauda will es doch noch mal wissen
Niki Lauda im Cockpit. Die Aufnahme stammt aus dem Jahr 2009. FOTO: dpa, hl jai gfh
Wien. Der frühere Formel-1-Rennfahrer Niki Lauda startet einen weiteren Versuch, die einst von ihm gegründete Fluggesellschaft Niki wieder zu übernehmen. Legt der Österreicher noch mal ein besseres Angebot auf den Tisch?

"Ich werde selbstverständlich ein Angebot bis zum 19. Januar für Niki abgeben. Dieses Angebot mache ich wie beim letzten Mal allein", sagte Lauda dem "Handelsblatt". Zu Details äußerte sich der 68-Jährige zunächst nicht. "Ob ich mein Angebot erhöhen werde, kann ich noch nicht sagen, da ich erst einmal sämtliche Unterlagen überprüfen muss", sagte Lauda.

"Viel Zeit verschwendet"

Der Ex-Rennfahrer begrüßte die Verlagerung des Insolvenzverfahrens von Deutschland nach Österreich. "Das Insolvenzverfahren ist endlich dort, wo es von Anfang an hingehören sollte, nämlich nach Österreich. Ich bedauere, dass so viel Zeit mit dem Umweg über Deutschland verschwendet wurde".

Im Fall der insolventen Air-Berlin-Tochter Niki war vergangenen Woche in Österreich ein zweites Hauptinsolvenzverfahren eröffnet worden.
Damit haben nach Angaben des dort zuständigen Landgerichts Korneuburg neben dem britischen-spanischen Luftfahrtkonzern IAG auch die bisherigen Bieter Tuifly, der Reisekonzern Thomas Cook (Condor) und Niki Lauda eine neue Chance für ein Angebot. Die Frist dafür läuft bis zum 19. Januar.

3000 Kunden fordern insgesamt 1,2 Millionen Euro

Noch ungelöst ist ein Streit über den Ort des Insolvenzverfahrens.
Ist für die Pleite der österreichischen Air-Berlin-Tochter ein Gericht in Deutschland oder in Österreich zuständig? Das Fluggastportal Fairplane hatte das Hauptverfahren - im Interesse seiner 3000 Kunden, die von Niki 1,2 Millionen Euro wegen Flugverspätungen fordern - im Nachbarland beantragt.

Das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg sah sich ebenfalls international zuständig für das Niki-Insolvenzverfahren und hatte den deutschen Anwalt Lucas Flöther als vorläufigen Insolvenzverwalter eingesetzt. Die deutsche Berufungsinstanz entschied hingegen für ein Verfahren in Österreich. Dagegen läuft noch eine Beschwerde von Niki beim Bundesgerichtshof.

1000 Mitarbeiter direkt betroffen

Flöther sieht mit der Eröffnung des Verfahrens in Österreich die europäische Insolvenzordnung verletzt und hatte angekündigt, rechtliche Schritte zu prüfen. Flöther hatte bereits den Verkauf von Niki an IAG eingefädelt. Vueling als Billigfluglinie des Luftfahrtkonzerns hatte 20 Millionen Euro für Niki geboten und zusätzlich einen Kredit von 16,5 Millionen Euro für den Weiterbetrieb von Niki gegeben. Bei Niki waren zuletzt etwa 1000 Mitarbeiter beschäftigt. Rund 750 von ihnen sollten übernommen werden.

(dpa)
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Airline Niki: Niki Lauda will es doch noch mal wissen


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.