Krise bei DAX-Unternehmen Hypo Real Estate: Aktie bricht um 36 Prozent ein
zuletzt aktualisiert: 15.01.2008 - 18:55München (RPO). Ein Verlust von fast 36 Prozent an nur einem Tag, das ist bislang noch keiner DAX-Aktie widerfahren - bis jetzt. Am Dienstag wurde das Papier der Münchner Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) drastisch abgestraft. Nach einem Gewinneinbruch büßte die Aktie ein Drittel ihres Wertes ein.
Überraschend teilte die Immobilienbank mit, der Jahresgewinn vor Steuern sei um ein Viertel auf 890 Millionen Euro eingebrochen. Der Aktienkurs stürzte nach der Hiobsbotschaft zeitweise um mehr als 36 Prozent ab.
Der Vorstand hatte bisher immer erklärt, als Finanzierer von Gewerbeimmobilien sei man von den Zahlungsproblemen amerikanischer Hausbauer praktisch nicht betroffen. Jetzt schlug die Abwertung des US-Portfolios der HRE mit 390 Millionen Euro zu Buche. Die Aussicht für das neue Jahr sei "verhalten optimistisch", sagte Konzernchef Georg Funke.
Dementsprechend sind die Aktienmärkte am Dienstag teilweise regelrecht eingebrochen: Der Deutsche Aktienindex (DAX) büßte 2,14 Prozent auf 7.566,38 Zähler ein, der MDAX verlor sogar 2,99 Prozent auf 8.657,32 Punkte und der TecDAX 3,94 Prozent auf 847,36 Zähler.
"Marktkatastrophe"
Der Vorstand hatte bisher immer erklärt, als Finanzierer von Gewerbeimmobilien sie die HRE von den Zahlungsproblemen der amerikanischen Hausbauer praktisch nicht betroffen. Jetzt schlug die Abwertung des US-Portfolios der HRE mit 390 Millionen Euro zu Buche. Die Integration der im Oktober übernommenen DEPFA Bank kostete weitere 50 Millionen.
Vor Einmaleffekten legte das Ergebnis der neuen Gruppe mit 1,24 Milliarden Euro vor Steuern minimal zu. Die angestrebte Eigenkapitalrendite nach Steuern von 12 Prozent werde aber voraussichtlich verfehlt. Angesichts der "Marktkatastrophe" seien auch neun bis zehn Prozent Rendite hervorragend, sagte Funke. Die Dividende soll um ein Drittel gekürzt werden.
"Wir haben uns super geschlagen", während "andere Banken auf die Knie gegangen sind", sagte der Vorstandschef. Das Kerngeschäft sei gut gelaufen. Die Integration der DEPFA Bank sei schon jetzt de facto abgeschlossen. Nach der Abwertung der Anleihen in den USA "können wir uns 2008 voll auf den Ausbau des Neugeschäfts konzentrieren". Er erwarte einen Zuwachs bei der Staats- und Infrastrukturfinanzierung und einem Vorsteuerergebnis von 1,0 bis 1,2 Milliarden Euro. Allerdings könne er weitere Abschreibungen in den USA nicht ausschließen. Eine Kapitalerhöhung sei dagegen nicht nötig.
Die operativen Erträge der neuen HRE-Gruppe lagen 2007 mit 1,99 Milliarden Euro leicht über Vorjahresniveau. Das Handelsergebnis rutschte mit minus 60 Millionen Euro in die roten Zahlen, die Verwaltungskosten stiegen um 15 Prozent, aber die Kreditrisikovorsorge konnte um 34 Prozent gesenkt werden. Das Neugeschäft stieg bei der gewerblichen Immobilienfinanzierung um 20 Prozent auf 32 Milliarden Euro und bei der Staatsfinanzierung um 13 Prozent auf 57,4 Milliarden Euro.
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