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Studie: Aktien sicherer als Staatsrente

VON STEFANIE WINKELNKEMPER - zuletzt aktualisiert: 25.08.2008 - 21:02

Berlin (RP). Die Rendite der gesetzlichen Rentenversicherung sinkt. Laut einer Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) soll nun sogar die Rentabilität einer kapitalgedeckten Vorsorge größer sein als die der gesetzlichen Rente.

„Die Wahrscheinlichkeit, mit einem Aktiendepot auf Sicht von 30 Jahren eine negative Rendite zu erzielen, ist an historischen Werten gemessen praktisch Null”, sagt Reinhold Schnabel, Experte des bankenfinanzierten Instituts. Demgegenüber sei das Risiko bei der gesetzlichen Rentenversicherung „erheblich”.

Altersvorsorge-Experten wie Bert Rürup und der Präsident der Deutschen Rentenversicherung, Herbert Rische, kritisierten das DIA scharf für diese These und verwiesen auf „methodische Schwächen” in der Berechnung. Beide Fachleute erklärten, die Rendite der gesetzlichen Rente komme auch künftig zu positiven Werten. Rische stellte klar: „Die Renditeentwicklung ist kein Anlass, das System der gesetzlichen Rentenversicherung grundsätzlich in Frage zu stellen.”

Bestenfalls zwei Prozent

Das DIA hatte errechnet, dass ein Berufsanfänger (Geburtsjahr 1950) im Jahr 1970 mit einer realen Beitragsrendite von gut fünf Prozent rechnen konnte. Heute könne er bestenfalls zwei Prozent erwarten, bei realistischen Erwartungen sogar nur Null Prozent.

Vergleiche man Sparpläne für ein gemischtes Depot aus Aktien und Anleihen mit den gleichen Beitragszahlungen wie zur gesetzlichen Rentenversicherung, hätte der Jahrgang 1970 eine Rente von monatlich 2205 Euro erwirtschaftet, während die gesetzliche Rentenversicherung an den selben Rentner nur 1181 Euro auszahle.

Deutliche Verschlechterung

Für das erhöhte Renditerisiko der gesetzlichen Versicherung macht das DIA vor allem die Kürzungen der Politik sowie die ungünstige Demografie verantwortlich. So wurden die Beitragssätze kontinuierlich erhöht, das Rentenniveau sank, das Renteneintrittsalter erhöhte sich und die Anrechnung beitragsfreier Ausbildungszeiten wurde beschnitten. „Insgesamt haben sich seit 1970 für Standardrentner aller Jahrgänge die Renditeerwartungen um fünf bis sechs Prozentpunkte verschlechtert”, so Schnabel.

Rürup und Rische werfen dem DIA insbesondere vor, dass sein Null-Rendite-Modell unrealistisch sei. Das Institut habe bei dem drastischen Szenario die Inflation mitberechnet, während sie bei privater Geldanlage üblicherweise keine Rolle spiele. Insofern seien in diesem Fall Äpfel mit Birnen verglichen worden. Sie verweisen auch darauf, dass die Stiftung Warentest ihre anhaltend positiven Renditeerwartungen bestätige.

Derweil meldete das Bundesarbeitsministerium einen neuen Rekord für die staatlich geförderte Riester-Rente. Von April bis Juni schlossen fast eine halbe Million Bürger einen Vertrag ab. Die Zahl der Riester-Verträge wuchs damit auf mehr als 11,5 Millionen an. Erst in diesem Sommer hatte die Bundesregierung mehrere Neuregelungen beschlossen, die die Attraktivität weiter erhöhen sollen.

Quelle: RP

 
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