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Zumwinkel erlöst 4,7 Millionen Euro an der Börse: Aktiengeschäft bringt Post-Chef ins Zwielicht

zuletzt aktualisiert: 06.12.2007 - 07:35

Berlin (RP/RPO). Post-Chef Klaus Zumwinkel steht wegen des Verkaufs seines privaten Post-Aktienpakets für 4,73 Millionen Euro in der Kritik. Führende Politiker der großen Koalition rügten, dass Zumwinkel dabei den nach dem Koalitionsbeschluss zum Post-Mindestlohn deutlich gestiegenen Aktienkurs des Unternehmens ausgenutzt hat.

Dadurch bekomme die ganze Mindestlohn-Regelung „einen schlechten Beigeschmack“, beklagte der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Wend. Die Aktien seien offenbar Bestandteil von Zumwinkels Vergütung. „Man mag seine persönlichen Motive verstehen können, aber das trägt nicht gerade zur Glaubwürdigkeit der Mindestlohn-Vereinbarung bei. Es wäre mir lieber gewesen, er hätte das zum jetzigen Zeitpunkt unterlassen“, sagte Wend unserer Redaktion.

Der Vorsitzende des Bundestags-Arbeitsausschusses, Gerald Weiß (CDU), kritisierte „die Abwesenheit jeden Fingerspitzengefühls“ bei Zumwinkel. „Es kann einem nur noch Leid tun, dass man in höchsten Management-Ebenen offenbar nicht begreift, wie die Menschen empfinden müssen, wenn sich da jemand einen Millionen-Vorteil sichert“, sagte Weiß.

"Ein verheerendes Bild"

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) mahnte mit Blick auf Zumwinkel die Vorbildfunktion gesellschaftlicher Eliten an. „So geben die Wirtschaftsführer ein verheerendes Bild ab“, formulierte der CDU-Wirtschaftspolitiker Peter Rauen gegenüber unserer Redaktion. „Der Plan des Post-Monopolisten, mit Hilfe eines Tarifvertrags Konkurrenten auszuschalten, geht offenbar auf. Und der Konzernchef profitiert jetzt selbst vom gestiegenen Aktienwert - es ist unglaublich“.

Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) betonte: "Wer sich nach der ganzen Vorgeschichte zu solch einer Aktion hinreißen lässt, fügt dem Ansehen der deutschen Wirtschaftsführer schweren Schaden zu."

Der Wirtschaftsprofessor Rudolf Hickel von der Universität Bremen sagte, das Verhalten Zumwinkels sei "ethisch nicht akzeptabel". "Ihm als Vorstandschef muss klar gewesen sein, dass die Einigung über die Postmindestlöhne den Kurs seiner Aktien nach oben treiben würde.", sagte Hickel.


 
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