Ölwechsel: Akw Brunsbüttel wieder vom Netz genommen
zuletzt aktualisiert: 18.07.2007 - 11:25Brunsbüttel (RPO). Nur drei Wochen nach der Panne im Atomkraftwerk Brunsbüttel ist der Reaktor am Mittwochmorgen wieder herunter gefahren worden. Grund waren nach Angaben des Betreibers Vattenfall "Auffälligkeiten" in den Ölkreisläufen eines Transformators.
Die Kreisläufe würden vorsorglich gespült und das Öl werde gewechselt, teilte Vattenfall in Hamburg mit. Dafür habe das Kraftwerk für acht bis zehn Stunden heruntergefahren werden müssen. Dies sei der Atomaufsicht in Kiel mitgeteilt worden, es handele sich jedoch nicht um ein meldepflichtiges Ereignis.
Das schleswig-holsteinische Sozialministerium als Aufsichtsbehörde erklärte, das Transformatorenöl sei erst in diesem Jahr gewechselt worden, die Ursache für seine verminderte Qualität sei noch unklar. Aufgrund von Erkenntnissen zu einem Trafo-Brand im schwedischen AKW Ringhals habe die Behörde Vattenfall Ende 2006 aufgefordert, die Überwachung der Transformatorenöle zu intensivieren. Ende Juni war auch auf dem Gelände des AKW Krümmel ein Trafo in Brand geraten.
Am 28. Juni waren die beiden AKW Brunsbüttel und Krümmel nach Vorfällen abgeschaltet worden. Zunächst hatte es in Brunsbüttel einen Kurzschluss gegeben. Dabei kam es zu einem Schwelbrand an der Turbine. Beim Wiederanfahren war es dann offenbar durch Fehlbedienungen des Personals gleich zwei Mal zu Absperrungen im Reaktorwasserreinigungssystem des gekommen. Die Reaktoraufsichtsbehörde war von Vattenfall erst spät über das meldepflichtige Ereignis informiert worden. Danach wurde das Kernkraftwerk mit verminderter Leistung weiter betrieben.
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