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Im Alter von 88 Jahren: Aldi-Gründer Theo Albrecht gestorben

zuletzt aktualisiert: 28.07.2010 - 13:49

Essen (RPO). Theo Albrecht, einer der beiden Gründer der Discount-Kette Aldi, ist am vergangenen Samstag im Alter von 88 Jahren in seinem Geburtsort Essen gestorben. Das teilte die Unternehmensgruppe Aldi Nord am Mittwoch mit.

Damit bestätigte das Unternehmen entsprechende Informationen von "Spiegel Online". Zusammen mit seinem Bruder Karl hatte Theo Albrecht 1946 das elterliche Feinkostgeschäft in Essen übernommen und dieses innerhalb kurzer Zeit zu einem der erfolgreichsten Einzelhandelsunternehmen Deutschlands ausgebaut.

Anfang der 60er Jahre teilten die Brüder die Vertriebsgebiete unter der Marke Albrechts Discount (Aldi) unter sich auf. Theo Albrecht übernahm den Norden Deutschlands und sein Bruder den Süden. Beide Unternehmensgruppen blieben aber miteinander verbunden.

Zweitreichster Deutscher

Billige Butter, preiswerte Konserven und kostengünstiger Sekt haben Theo Albrecht zum zweitreichsten Deutschen gemacht. Nach Einschätzung des Manager-Magazins verfügt der Discount-König 2007 über ein Vermögen von rund 16 Milliarden Euro. Ein größeres Vermögen hat hier zu Lande nur noch sein Bruder Karl, mit dem er zusammen vor 45 Jahren den ersten Aldi-Markt einweihte. Denn was kaum einer weiß: Das Kürzel Aldi steht für Albrecht-Discount.

Die Geschichte der beiden Brüder ist die Ruhrpott-Variante des amerikanischen Traums eines Aufstiegs vom Tellerwäscher zum Millionär. Theo Albrecht, geboren am 28. März 1922, und sein zwei Jahre älterer Bruder Karl wuchsen in einfachen Verhältnisse auf. Der Vater war Bergmann und musste wegen einer Staublunge später eine schlechter bezahlte Arbeit in einer Brotfabrik annehmen. Die Mutter eröffnete im Essener Arbeitervorort Schonebeck einen Lebensmittelladen. Die beiden Söhne traten nach dem Besuch der Mittelschule in ihre Fußstapfen.

Gesund aus dem Zweiten Weltkrieg zurückgekehrt, übernahmen sie 1946 das unversehrt gebliebene elterliche Geschäft und bauten daraus Stück für Stück eine kleine Ladenkette auf. Schnell entdeckten die Brüder, dass auch mit kleinen Preisen gutes Geld zu verdienen war. Und spätestens mit der Eröffnung des ersten Aldi-Marktes 1962 in Dortmund verschrieben sie sich kompromisslos dem Discount-Prinzip: Wenige Artikel, Verzicht auf aufwendige Ladeneinrichtungen und günstige Preise.

Mit Erfolg: Die Umsätze explodierten. Inzwischen betreibt Aldi nach eigenen Angaben mehr als 5000 Filialen, nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa, in den USA und sogar in Australien. Das Unternehmen gehört - ganz nebenbei - zu den größten Textilhändlern Deutschlands. Und als Aldi begann, Computer zu verkaufen, wurde der Discounter quasi über Nacht auch zum größten Computerhändler der Republik - zumindest eine Zeit lang.

Sieben Millionen Mark Lösegeld für Theo Albrecht

Allein in Deutschland klingeln jährlich mehr als 22 Milliarden Euro in den Kassen. Dabei haben die Brüder ihr "Weltreich" säuberlich untereinander aufgeteilt. Theo Albrecht regiert Aldi Nord, Bruder Karl Aldi Süd. Die Trennungslinie ist die Ruhr.

Doch während das Firmenlogo Aldi inzwischen fast weltweit präsent ist, scheuen die Firmengründer selbst die Öffentlichkeit. Dies galt insbesondere für Theo Albrecht, seitdem er im November 1971 entführt wurde. Erst nach 17 Tagen kam der Unternehmer damals gegen Zahlung eines Lösegeldes von sieben Millionen Mark frei.

So gibt es kaum Bilder von den beiden Brüdern. Und bei Fragen nach dem Firmenchef heißt es in der Konzernzentrale lediglich: "Herr Albrecht wünscht keine Berichterstattung über sich." 

Fest steht dagegen: Aus dem operativen Geschäft hatte sich Theo Albrecht seit langem zurückgezogen. 1993 übertrug er die Führung von Aldi-Nord auf seine Söhne Berthold und Theo junior. Als Vorsitzender der Theo-Albrecht-Stiftung, der er schon in den 70er Jahren die Mehrheit an seinem Imperium übertrug, behielt der Firmengründer allerdings eine einflussreiche Position. Wie wenige andere, verkörpert der Milliardär den Begriff einer "graue Eminenz" im Hintergrund.

Quelle: csr/top

 
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