Warnstreiks bei der Post: Allein in NRW bleiben 500.000 Briefe liegen
zuletzt aktualisiert: 01.04.2008 - 10:59Frankfurt/Main (RPO). Die Gewerkschaft Verdi hat für Dienstag zu Warnstreiks bei der Post aufgerufen. Sie plant Aktionen für Ballungszentren in Nordrhein-Westfalen und mehrere Großstädte. Millionen Briefe und etliche Pakete werden nicht ausgeliefert. Die Post teilte am Vormittag mit, etwa ein Dutzend Großstädte sei betroffen.
Die Post tue alles, um die Sendungen auch dort noch am gleichen Tag zuzustellen. Die Gewerkschaft Verdi will mit den Aktionen den Druck in den laufenden Tarifverhandlungen erhöhen und unter anderem anderem erreichen, dass die Post bis Mitte 2011 auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet. Die Tarifparteien verhandeln in der kommenden Woche wieder.
Betroffen sind unter anderem Köln, Essen und Bonn in Nordrhein-Westfalen sowie die Großräume Frankfurt am Main und München. Auch in Kiel und Rostock waren Zusteller zum Warnstreik aufgerufen.
Verdi geht nach eigenen Angaben davon aus, dass allein in Nordrhein-Westfalen 500.000 Brief- und 15.000 Paketsendungen betroffen sind. Im Großraum Frankfurt soll sich die Auslieferung von 65 Prozent der Sendungen um mindestens einen Tag verzögern. Betroffen sind 420.000 Briefe und 24.000 Pakete, wie die Gewerkschaft mitteilte.
Im Großraum München soll die Briefzustellung fast komplett ausfallen. Postkunden müssen sich nach Gewerkschaftsangaben auch in den kommenden Tagen immer darauf einstellen, dass kein Briefträger vorbeikommt.
Ein Post-Sprecher erklärte am Dienstag, die täglich insgesamt 70 Millionen Sendungen seien nicht im großen Umfang betroffen. "Das sind Nadelstiche." Wo es trotz aller Bemühungen eine Zustellung am Dienstag nicht gelinge, lägen die Sendungen spätestens am Mittwoch im Briefkasten.
Hintergrund der Auseinandersetzung ist die Vertagung der Tarifverhandlungen für die 130.000 Tarifbeschäftigten der Deutschen Post am Wochenende. Die Gespräche über Beschäftigungssicherung und Arbeitszeit sollen erst am 9. April fortgesetzt werden. Ver.di will den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis zum 30. Juni 2011 verlängern. Der Tarifvertrag lief am Montag aus.
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