Anhaltender postiver Trend: Allianz: Rückkehr in die Gewinnzone
zuletzt aktualisiert: 23.10.2003 - 19:57München (rpo). Nach dem milliardenschweren Verkauf des Beiersdorf-Aktienpaketes rechnet der Versicherungskonzern Allianz für das laufende Geschäftsjahr mit einer Rückkehr in die Gewinnzone.
Zum dritten Quartal bestätige sich der anhaltend positive Trend im operativen Geschäft, teilte das Unternehmen am Donnerstagabend in München mit. Auch für die ersten neun Monate erwartet der Konzern wieder ein positives Ergebnis. Das Unternehmen hatte am gleichen Tag bekannt gegeben, dass der 40-prozentige Anteil an dem Kosmetikhersteller Beiersdorf für 4,4 Milliarden Euro an eine Investorengruppe um den Hamburger Kaffeeröster Tchibo verkauft wird.
Unter Einbeziehung des bereits im vierten Quartal 2003 ergebniswirksamen Verkaufs der Beiersdorf-Beteiligung werde trotz einer möglichen nachträglichen Steuerbelastung und einer Umstellung in der Rechnungslegung im Geschäftsjahr 2003 die Gewinnzone wieder erreicht. Der neue Allianz-Chef Michael Diekmann hatte bereits bei Bekanntgabe der Halbjahresbilanz eine Rückkehr in die schwarzen Zahlen im Gesamtjahr in Aussicht gestellt: "Ich wäre sehr enttäuscht, wenn wir ein Minus machen würden und glaube auch, dass derzeit nichts dafür spricht", sagte er im August. Die Aktie verlor am Abend 1,09 Prozent auf 81,50 Euro.
In der Schaden- und Unfallversicherung rechnet der Versicherer für das dritte Quartal mit einer kombinierten Schaden-Kosten-Quote von 97 Prozent. Damit werde der günstige Geschäftsverlauf fortgesetzt. In der Lebens- und Krankenversicherung habe die Allianz Gruppe ihren Wachstumstrend fortgesetzt und werde voraussichtlich auch den positiven Ergebnistrend verbessern.
Im Bankgeschäft erzielte das Unternehmen im dritten Quartal ein verbessertes, aber leicht negatives Ergebnis nach Steuern und Minderheitsbeteiligungen. Bei rückläufigen operativen Erträgen lägen die Kosten auf dem Niveau des zweiten Quartals 2003, hieß es. Die Risikovorsorge habe sich günstiger entwickelt als erwartet.
Wegen einer Bilanzierungsänderung im Zusammenhang mit dem Erwerb der US-Fonds-Tochtergesellschaft PIMCO rechnet das Unternehmen mit Sonderbelastungen. Für die Jahre 2000, 2001 und 2002 ergebe sich eine nicht-cashwirksame Minderung des Nachsteuerergebnisses um bis zu 111 Millionen Euro. Der Aufwand für das laufende Geschäftsjahr werde zeitanteilig in Höhe von bis zu 80 Millionen Euro in die Bilanz des dritten Quartals einfließen. Zu zusätzlichen Belastungen in Höhe von bis zu 600 Millionen Euro könnte außerdem die rückwirkend veränderte steuerliche Behandlung der Verluste und Abschreibungen auf Fonds bei Lebens- und Krankenversicherern führen, hieß es.
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