Überschuss im ersten Quartal: Allianz und Dresdner Bank überraschen mit Gewinnsprung
zuletzt aktualisiert: 05.05.2005 - 13:28München (rpo). Einen unerwarteten Gewinnsprung haben dem Allianz-Konzern steigende Gewinne der Sachversicherungen und der Dresdner Bank beschert. Der Überschuss im ersten Quartal stieg um ein Drittel auf gut 1,1 Milliarden Euro, sagte Vorstandschef Michael Diekmann am Mittwoch auf der Hauptversammlung. Das war die Hälfte des gesamten Vorjahresgewinns. Das langjährige Sorgenkind Dresdner Bank habe 230 Millionen Euro dazu beigesteuert.
Der Konzern sei jetzt auf Kurs und wolle sein Jahresergebnis "erneut deutlich steigern", sagte Diekmann. Die Anleger blieben aber skeptisch, der Aktienkurs ging nur kurz nach oben. Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) sprach von einem "Trauerspiel": "Da ist so viel Schwung im Unternehmen, aber alles versandet beim Aktienkurs." Hauptgrund sei die Dresdner Bank: Die versprochenen Synergieeffekte blieben aus, Millionen Versicherungskunden seien nicht Bankkunden geworden. Auch Klaus Schneider, Vorsitzender der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), beklagte "ein erhebliches latentes Problem durch die enorme Komplexität dieses Finanzkonglomerats". Der Markt bezweifle die Dauerhaftigkeit der Fortschritte.
Diekmann sagte, die Dresdner Bank habe jetzt zum fünften Mal in Folge einen Quartalsgewinn erwirtschaftet. Kosten und Risikovorsorge seien stärker gesunken als der Umsatz. Mit dem jüngsten Gewinnzuwachs von 20 Prozent sei die Bank auf gutem Weg, dieses Jahr erstmals ihre Kapitalkosten von neun Prozent zu verdienen - das entspräche einem Jahresüberschuss von 700 Millionen Euro. In drei Jahren müsse sie zwölf Prozent erwirtschaften.
Die Schaden-/Unfall-Versicherung, die den Löwenanteil der Allianz-Gewinne erwirtschaftet, senkte ihre Schaden-Kosten-Quote im ersten Quartal auf hervorragende 92 Prozent. Analyst Konrad Becker von der Bank Merck-Finck erklärte, das Gewinnplus sei also im operativen Kerngeschäft erwirtschaftet worden.
Konkurrenz verdient mehr
Diekmann sieht den Allianz-Konzern bei "Ergebnis und Wachstum auf Kurs". "Wir erwirtschaften einen deutlich höheren Ertrag mit sehr viel weniger Risiko, und das bei Ausweitung unseres Geschäfts." Im laufenden Jahr werde der Gewinnzuwachs von der Dresdner Bank, der Lebens-/Kranken-Versicherung sowie der Vermögensverwaltung getragen, die nach drei Verlustjahren wieder schwarze Zahlen schreiben soll. Die Schaden-/Unfallversicherung solle an ihr exzellentes Vorjahresergebnis anknüpfen. Neue Bilanzregeln würden das Jahresergebnis um zusätzliche 1,1 Milliarden Euro verbessern.
Aktionärsschützer Schneider bezweifelte aber, wie die Allianz-Lebensversicherung die Lücke durch den Wegfall der Steuervorteile füllen wolle. Die Einführung einer Bürgerversicherung in Deutschland wäre "tödlich für die private Krankenversicherung". Dagegen sagte Diekmann, das Lebens-/Kranken-Versicherungsgeschäft sei im ersten Quartal zehn Prozent gewachsen. Altersvorsorge und Vermögensbildung seien ein "Riesenmarkt" in Europa wie in den USA. Selbst in Deutschland werde "der Mehrabsatz von Rentenprodukten und der betrieblichen Altersvorsorge den Bedeutungsschwund" der klassischen Lebensversicherung "mehr als wettmachen".
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