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Küchenbauer
Überlebenskampf von Alno in entscheidender Phase

Alno: Küchen-Bauer kämpft ums Überleben - auch NRW betroffen
Ein Kunde schaut sich in Pfullendorf im Schauraum des Küchenherstellers Alno Musterküchen an. FOTO: dpa
Pfullendorf . Der Küchenbauer Alno hat schon seit langem Probleme. Lediglich einmal seit dem Börsengang 1995 machte man Gewinn, sonst blieb das Unternehmen in der Verlustzone. Aber irgendwie schaffte es Alno immer weiter. Inzwischen aber sieht es düsterer aus denn je. Auch Mitarbeiter in NRW sind betroffen.

Für den ums Überleben kämpfenden Küchenbauer Alno beginnt eine entscheidende Phase. Zum einen steht die Eröffnung des Insolvenzverfahrens kurz bevor, dieses dürfte im Laufe dieser Woche beginnen.

Zum anderen muss die Traditionsfirma nun wieder selbst Personalkosten stemmen. In den vergangenen Monaten hatte die Bundesagentur für Arbeit diese Kosten übernommen, das ist seit dem 1. Oktober vorbei. Dringend gesucht wird weiter ein kapitalstarker Investor. Bisher haben zwar mehrere Interessenten einen Einstieg geprüft, doch die Verkündung eines Investors lässt auf sich warten.

Man arbeite mit Hochdruck an einer Lösung, heißt es vom vorläufigen Insolvenzverwalter Martin Hörmann. Zum genauen Stand der Dinge äußert er sich nicht, generell beschreibt er die Lage als schwierig.

Alno hat rund 400 Mitarbeiter in NRW

Das offizielle Insolvenzverfahren dürfte im Laufe dieser Woche eröffnet werden. Das Amtsgericht Hechingen gibt grünes Licht, wenn das verbliebene Vermögen höher ist als die Kosten des Verfahrens - es gilt als so gut wie sicher, dass dies bei Alno der Fall ist. Ein Insolvenzverfahren würde die Position von Hörmann stärken. Zum Beispiel könnte er dann Miet- oder Leasingverträge mit einer Frist von drei Monaten kündigen, um finanziellen Ballast loszuwerden.

Alno hat noch rund 1600 Mitarbeiter, davon sind etwa 700 in der Zentrale in Pfullendorf angestellt. Für die auf Mittelklasse-Küchen spezialisierte Tochterfirma Wellmann in Enger (Nordrhein-Westfalen) arbeiten 400 Menschen, für die Billigküchen-Tochter Pino in Coswig (Sachsen-Anhalt) 230. Der Rest ist im Ausland tätig.

Derzeit ruht die Produktion, da nicht genug Geld für Materialkauf und andere Posten vorhanden ist. Immerhin eine gute Nachricht konnte der Insolvenzspezialist in der vergangenen Woche verkünden: Alno bekam einen Kredit über sechs Millionen Euro. Mit dem Geld kann die Firma vorerst Personalkosten stemmen - wie lange, ist unklar.

Möglicherweise wird Alno nicht komplett, sondern in Teilen verkauft. So liegt Wellmann mit seiner Fabrik in Ostwestfalen gewissermaßen in Reichweite von Wettbewerbern wie Nobilia in Verl und Poggenpohl in Herford. Es ist denkbar, dass ein Wettbewerber zuschlägt und sich Wellmann einverleibt.

Pino wiederum könnte insofern attraktiv sein, da die Tochter finanziell zuletzt besser dastand als die Konzernmutter Alno - für die Tochter wurde später Insolvenz angemeldet. Führen alle Bemühungen auf der Suche nach einem Investor ins Leere, wird Alno abgewickelt.

(csr/dpa)
 
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