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Steigende Lieferkosten
Amazon will Privatleute als Lieferboten einsetzen

Amazon: Privatleute sollen Pakete zustellen
Amazon will laut "Wall Street Journal" Privatleute als Lieferboten einsetzen. FOTO: ap
Bangalore. Amazon will einem Zeitungsbericht zufolge Privatpersonen als Boten einsetzen, um die steigenden Lieferkosten einzudämmen. Der Online-Händler arbeitet demnach an einer App, die solche Dienstleistungen koordinieren soll.

Wie das "Wall Street Journal" unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet, könnten Gelegenheitsboten etwa auf ihrem Arbeitsweg Pakete an Amazon-Kunden ausliefern. Ziel sei es, bei einem Teil der Zusendungen auf gewerbliche Paketdienste zu verzichten.

Noch kein genauer Zeitplan für App "On my way"

Dem Blatt zufolge blieb zunächst unklar, wann und ob das intern unter dem Namen "On my way" ("Auf meinem Weg") eingeführte Angebot wirklich an den Start gehen soll. Allerdings sollen die Privatleute offenbar nicht hauptberuflich zu Paketboten werden, sondern die Pakete abliefern, wenn sie ohnehin auf dem Weg in die Richtung des Empfängers sind.

Die Pakete sollen demnach bei Einzelhändlern statt in großen Paketzentren eingelagert werden. Der Dienst soll offenbar Amazon mehr Kontrolle über den Auslieferungsprozess von Sendungen geben und auch Kosten senken. Vergangenes Jahr habe Amazon bereits in San Francisco die Auslieferung von Paketen mit Taxis getestet.

2014 waren die Lieferkosten von Amazon um fast ein Drittel in die Höhe geschnellt und damit stärker als der Umsatz gestiegen. Der US-Konzern war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar.

Andere US-Firmen arbeiten ebenfalls an alternativen Lieferdiensten

Laut dem Bericht spricht die SJ Consulting Group von 3,5 Millionen Pakete, die Amazon jeden Tag verschickt. Entsprechend viele Lieferboten bräuchte es wohl, um die Kosten in diesem Bereich zu senken. Ebenfalls offen sei, wer verantwortlich wäre, wenn ein Paket beschädigt wird oder verloren geht.

Neben Amazon arbeiten laut "Wall Street Journal" noch verschiedene andere Firmen an alternativen Crowdsourcing-Lieferdiensten, darunter die Auktionsplattform eBay, der Fahrdienst-Vermittler Uber und Suchmaschinen-Gigant Google. Auch die Handelskette Walmart habe einmal mit dem Gedanken gespielt.

Amazon hat jedoch schon Erfahrung im Aufbau eigener Lieferdienst-Strukturen. Demnach beschäfigt das Unternehmen in einigen US-Städten Fahrradkuriere für die Auslieferung von bevorzugten Sendungen ("Prime Now"-Programm). Ebenfalls hat Amazon für seinen Lebensmittel-Lieferservice "Fresh" eine Lieferstruktur aufgebaut. Und: Das Unternehmen arbeitet an der Auslierung von Sendungen mit automatisch fliegenden Drohnen.

(RPO, HeBu, mit REU)
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