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Deutschland-Start von Fresh
Amazon liefert jetzt auch frische Lebensmittel

Amazon startet neuen Lebensmittelversand Fresh in Deutschland
Lebensmittellieferung an die Haustür (Symbolbild). FOTO: dpa, av
Berlin. Amazon startet seinen Angriff auf den deutschen Lebensmittelhandel: Ab sofort liefert der Konzern auch Waren wie Getränke, Fleisch, Milch und Butter, zunächst aber nur in Teilen Berlins und Potsdams. Künftig sollen Kunden ihren kompletten Wocheneinkauf online erledigen können – unter einer Bedingung.

Der weltgrößte Online-Händler macht mit seinem neuen Dienst Fresh dem Lebensmittelhandel Konkurrenz. Gegenüber den stationären Geschäften will Amazon mit einer breiten Auswahl aus 85.000 Artikeln und kurzen Lieferzeiten punkten. Zum Sortiment gehören auch frisches Fleisch, Obst und Gemüse sowie gekühlte Artikel.

Amazon Go - der erste Supermarkt des Online-Händlers in Seattle FOTO: rtr, SSM/JR AA

Seit Donnerstag ist Amazon Fresh in Teilen Berlins und Potsdam verfügbar. Kunden, die ein Produkt bis 12.00 Uhr mittags bestellen, sollen die Ware noch am selben Tag erhalten. Geht die Bestellung bis 23.00 ein, erfolge die Lieferung am folgenden Tag in einem ausgewählten Zwei-Stunden-Fenster, kündigte Amazon an. Sollte ein Artikel kurzfristig nicht mehr verfügbar sein, werde ein für den Kunden kostenloses Ersatzprodukt geliefert. Bei frischer Ware, die "nicht den Erwartungen entspricht", soll der Kaufpreis zurückerstattet werden.

Nur für Prime-Kunden

Der Service steht nur Kunden des kostenpflichtigen Abo-Dienstes Amazon Prime zur Verfügung, die für Fresh nach einem kostenlosen Probemonat zusätzlich 9,99 Euro monatlich zahlen sollen. Die Lebensmittel werden von Amazon in einem Depot in Berlin-Tegel gelagert. Die Auslieferung übernimmt die Post-Tochter DHL.

Dafür können sie unbegrenzt viele Fresh-Lieferungen ab einem Mindesteinkaufswert von 40 Euro bestellen. "Wir wollen die Kunden in die Lage versetzen, einen kompletten Wocheneinkauf inklusive frischer und gekühlter Ware von zuhause erledigen zu können", sagte der Deutschlandchef von Amazon Fresh, Florian Baumgartner.

Später auch in anderen Städten

Vor einer Ausweitung in weitere Städte solle der Dienst auch durch Feedback der Nutzer verbessert werden, sagte Baumgartner. "Die Messlatte im Lebensmittelhandel liegt enorm hoch. Wir wollen uns die Zeit nehmen und starten mit einem sehr umfangreichen Sortiment auf einem begrenzten Gebiet."

Über einen Start von Amazon Fresh in Deutschland wurde schon lange spekuliert. Der Dienst ist seit dem Start 2009 in rund 20 Städten verfügbar – in den USA sowie in London und seit kurzem auch in Teilen von Tokio. In Deutschland war eine kleine Auswahl an frischen, gekühlten und tiefgefrorenen Artikeln bereits über den Schnell-Service Prime Now verfügbar.

Der deutsche Lebensmittelhandel gilt bereits als hart umkämpft und allgemein wird erwartet, dass Amazon die Branche weiter unter Druck setzen kann. In Berlin kommen in das Angebot von Amazon Fresh zusätzlich Artikel von zunächst 25 lokalen Geschäften wie der Kaffeerösterei Sagers, dem Feinkosthandel Lindner oder dem Schokoladenhaus Rausch.

(dpa/wer)
 
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