AUB-Affäre: Amtierender Siemens-Topmanager unter Druck
zuletzt aktualisiert: 26.10.2008 - 22:24München (RPO). In der Affäre um heimliche Zahlungen von Siemens an die Arbeitnehmerorganisation AUB gerät offenbar erstmals ein amtierender Topmanager ins Visier der Ermittler: Walter Huber, Personalchef von Siemens Deutschland, soll eine Juristin gedrängt haben, in die AUB einzutreten.
Einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge hat Walter Huber, Personalchef von Siemens Deutschland und enger Mitarbeiter von Konzern-Personalvorstand Siegfried Russwurm, im Jahr 2000 als Vorgesetzter eine Juristin des Konzerns gedrängt, zur arbeitgeberfreundlichen Betriebsräteorganisation AUB zu wechseln. Als die Frau sich überreden ließ, habe Huber ihr im April 2001 schriftlich ein fünfjähriges Rückkehrrecht zu Siemens zugesichert, schreibt die Zeitung.
Die Frau hat dem Bericht zufolge als Zeugin im laufenden AUB-Prozess vor dem Nürnberger Landgericht ausgesagt, Huber habe sie zum Essen eingeladen, um ihr den Wechsel zur AUB schmackhaft zu machen. Auch habe er den Kontakt zu dem in Nürnberg angeklagten AUB-Chef Wilhelm Schelsky hergestellt. Der Manager habe ein Treffen mit Schelsky organisiert und sei dabei gewesen, als die Juristin mit Schelsky die Modalitäten ihres Arbeitsvertrages ausgehandelt habe.
Die Zeitung berichtet ferner, Nürnberger Fahnder hätten herausgefunden, dass Huber auf einer "Honorarliste" Schelskys gestanden habe. Seine Frau sei zeitweise bei der AUB als Geschäftsführerin beschäftigt gewesen. Huber gehört seit einem Jahr auch dem gemeinsamen Präsidium der beiden Metallarbeitgeberverbände VBM und BayME an.
Huber war 2007 in sein Amt berufen worden und dem Bericht zufolge bis vor Kurzem interimsweise auch für die weltweite Personalstrategie des Konzerns zuständig. Zudem gehöre er mehreren internen Gremien zur Korruptionsbekämpfung an. Er bestreitet jegliche Verwicklung in die AUB-Komplex.
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