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Internationaler Währungsfonds schlägt Alarm: An den Finanzmärkten herrscht Panik

zuletzt aktualisiert: 17.03.2008 - 15:04

Frankfurt/Main (RPO). Im Zuge des Beinahe-Kollaps der US-Traditionsbank Bear Stearns hat der Internationale Währungsfonds (IWF) Alarm geschlagen. "Die Finanzmarktkrise ist ernster und globaler als noch vor wenigen Wochen", sagte IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn am Montag.

Das beispiellose Rettungsprogramm von Privatwirtschaft und US-Notenbank für die Bear Stearns hatte die Märkte weltweit auf Talfahrt geschickt und ein weltweites Börsenbeben ausgelöst. Der DAX stürzte zeitweise unter die 6.200-Punkte-Marke ab, Analysten sprachen bereits von einem "Schwarzen Montag".

"Die Risiken und Gefahren sind sehr hoch. Das wirtschaftliche Umfeld verschlechtert sich weiter", warnte auch Strauss-Kahn.

In einer Blitzaktion war am Wochenende die Übernahme der US-Investmentbank Bear Sterns durch den Konkurrenten JPMorgan Chase eingefädelt worden. Der Kaufpreis lag 93 Prozent unter dem Börsenwert vom Freitag.

Die großen Probleme in den USA würden auf andere Volkswirtschaften übergreifen und eine "globale Antwort" notwendig machen, sagte Strauss-Kahn auf einer OECD-Konferenz in Paris. Sowohl der IWF als auch die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung würden ihre Wachstumsprognosen für Nordamerika nach unter korrigieren.

Von Asien bis Europa gingen die Märkte mit teils dramatischen Abstürzen einzelner Werte auf Talfahrt. Zuvor hatte die US-Notenbank den Diskontsatz auf 3,25 Prozent gesenkt und damit den Geldhahn weiter aufgedreht.

DAX auf Talfahrt

Der DAX fiel bis 13.15 um 3,7 Prozent auf 6215 Punkte. Im Handelsverlauf war der Leitindex bereits auf 6187 Zähler gefallen. Das war der tiefste Stand seit November 2006. Der MDAX fiel um 4,3 Prozent auf 8291 Punkte und der TecDAX gab 4,3 Prozent auf 700 Punkte nach.

Der Euro überschritt in der Nacht zum Montag erstmals die Marke von 1,59 Dollar. Das neue Allzeithoch liegt jetzt bei 1,5907 Dollar. Gegen 13.15 Uhr notierte die Gemeinschaftswährung aber wieder deutlich schwächer bei 1,5761 Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte am Freitag einen Referenzkurs von 1,5561 Dollar festgestellt.

Im DAX verloren Siemens nach der in der Nacht veröffentlichten Gewinnwarnung knapp 16 Prozent auf 67,31 Euro. Unter Druck standen auch die Finanzwerte. Hypo Real Estate fielen um 11,3 Prozent auf 13,19 Euro. Deutsche Börse, Commerzbank, Deutsche Bank und Postbank verloren zwischen 5 und 8 Prozent. Dagegen stiegen Volkswagen um 2,5 Prozent auf 161,12 Euro. Gegen den Trend legten auch Linde nach Vorlage der Bilanz zu. Leicht im Plus notierten auch BASF und Merck.

In zweiten Reihe standen vor allem Aareal Bank unter Druck und verloren 12,1 Prozent auf 18,90 Euro. Arques verbilligten sich um 9,6 Prozent auf 10,30 Euro. Die geringsten Verluste verzeichneten Deutsche Euroshop und AWD. Im Plus lag am Mittag keiner der 50 Werte.

Im TecDAX wurden die Verlierer von den Solarwerten angeführt. So gaben Nordex 8,8 Prozent auf 21,25 Euro nach. Ersol und Solon sanken um jeweils mehr als acht Prozent. Die geringsten Verluste verzeichneten Versatel mit einem Minus von 0,1 Prozent auf 20,07 Euro.

In Großbritannien büßte der FTSE 100-Index 2,6 Prozent ein, der französische CAC40 verlor 2,7 Prozent. Auch der Schweizer Aktienmarkt öffnete mit massiven Verlusten. Der Swiss Market Index (SMI) fiel bei Handelsaufnahme um 3,11 Prozent auf 6.910,53 Punkte. Wegen der Krise bei der US-Investmentbank Bear Stearns mussten auch an der Schweizer Börse die Großbankentitel scharfe Kursverluste hinnehmen. Die UBS, die schon am vergangenen Freitag starke absackte, fiel bei Handelseröffnung um fast 10 Prozent.

Lage im Finanzsystem äußerst angespannt

In Japan war zuvor der Nikkei-Index um 3,7 Prozent auf 11.787,51 Punkte gefallen, was dem tiefsten Stand seit August 2005 entspricht. Der Hang Seng Index in Hongkong fiel 5,2 Prozent und schloss bei 21.085 Zählern. In der gesamten Region Asien-Pazifik gaben die wichtigsten Aktienindizes nach.

Der Handel war dominiert von Nervosität nach der Rettungsaktion der massiv angeschlagenen US-Investmentbank Bear Stearns durch die zweitgrößte US-Bank JPMorgan Chase sowie der Diskontsatzsenkung der US-Notenbank. Die Rettungsaktion von Bear Stearns und des Finanzsystems nehme dramatische Züge an, heißt es im Kommentar der Privatbank Wegelin.

Ein anderer Analyst sprach von einer panikartigen Reaktion der US-Notenbank Fed. Die Lage im Finanzsystem sei äußerst angespannt, schreibt die Privatbank Wegelin. Weiteres Ungemach sei vorprogrammiert, weil die US-Investmentbanken ausgerechnet in dieser Woche auch noch zur Ergebnispublikation antreten müssen.

Quelle: ap

 
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